IUCN setzt Meilenstein: Historischer Beschluss gegen fossile Brennstoffe
von belmedia Redaktion Allgemein Events News Social Media Studien Technologie Wetter Wissenschaft
Heute haben Mitglieder der International Union for Conservation of Nature (IUCN) auf dem World Conservation Congress Geschichte geschrieben.
Mit der Annahme von Motion 042 wurde erstmals im gesamten globalen multilateralen System fossile Brennstoffproduktion ausdrücklich als Bedrohung für die Natur benannt. Der Beschluss fordert Regierungen und die Zivilgesellschaft auf, eine der Hauptursachen der kombinierten Klima- und Biodiversitätskrisen durch angebotsseitige Massnahmen anzugehen. Damit wurde die bislang deutlichste Sprache zu Öl, Gas und Kohle verabschiedet, die je in einem multilateralen Forum angenommen wurde.
Motion 042 erkennt eine dringende Lücke in der internationalen Steuerung der fossilen Brennstoffproduktion an und ermutigt Staaten, verschiedene Instrumente zu prüfen. Dazu gehört ausdrücklich auch die mögliche Einführung eines Fossil Fuel Non-Proliferation Treaty, um Kohle, Öl und Gas schrittweise auslaufen zu lassen, neue Förderprojekte zu stoppen und einen gerechten Übergang für Arbeitnehmer sowie betroffene Gemeinschaften sicherzustellen. Zudem bekräftigt die Motion die Rolle der IUCN im Naturschutz, indem sie den Schutz von Ökosystemen an Förderstandorten, das Stoppen neuer fossiler Expansionen sowie echte Naturschutzmassnahmen fordert.
Diese historische Entwicklung folgt auf das jüngste Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (ICJ), das durch IUCN Motion 141 begrüsst wurde und die Verpflichtung der Staaten bestätigte, Klimaschäden zu verhindern und die Rechte heutiger und künftiger Generationen zu schützen. Darüber hinaus verabschiedeten die Mitglieder IUCN Motion 038, die zur Förderung der Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens aufruft, einschliesslich des gerechten, geordneten und ausgewogenen Übergangs weg von fossilen Brennstoffen in Energiesystemen.
Die Annahme dieser Reihe von Motionen zur Begrenzung der fossilen Brennstoffversorgung und zur Notwendigkeit eines global gerechten Übergangs erfolgt weniger als einen Monat vor Beginn der COP30-Klimaverhandlungen in Belém, Brasilien. Dort stehen Regierungen unter wachsendem Druck, konkrete Verpflichtungen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen einzugehen, Klima- und Biodiversitätspolitik besser zu verzahnen und Finanzmittel für einen global gerechten Übergang bereitzustellen.
Motion 042 wurde von der Regierung von Vanuatu unterstützt und von dem World Wide Fund for Nature (WWF) bei der IUCN eingereicht, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen und indigenen Organisationen wie BirdLife International, der Coordinadora de la Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica (COICA) und dem Natural Resources Defense Council (NRDC).
Quelle: Fossil Fuel Non-Proliferation Treaty Initiative
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