Gesunde Augen im digitalen Alltag: Bildschirmarbeit angenehmer gestalten

Mehrere Stunden vor Monitor, Laptop und Smartphone können sich durch müde, trockene oder gereizte Augen, zeitweise unscharfes Sehen und Kopfschmerzen bemerkbar machen. Solche Beschwerden werden häufig als digitale Augenbelastung zusammengefasst. Der Bildschirm selbst verursacht bei sachgemässer Nutzung jedoch nicht automatisch bleibende Augenschäden. Entscheidend sind vielmehr lange Phasen konzentrierter Naharbeit, weniger vollständiges Blinzeln, ungünstige Lichtverhältnisse, Reflexionen, trockene Raumluft und ein Arbeitsplatz, der nicht zu den eigenen Sehbedürfnissen passt.

Ein augenfreundlicher digitaler Alltag verlangt deshalb keine komplizierten Übungen oder Spezialausrüstung. Häufig helfen bereits regelmässige Blickwechsel, eine gut lesbare Darstellung, die richtige Position des Monitors und echte Pausen ohne den direkten Wechsel zum Smartphone. Wer trotz solcher Anpassungen regelmässig Beschwerden bemerkt, sollte mögliche Ursachen wie trockene Augen oder eine nicht mehr passende Sehkorrektur fachlich abklären lassen.

Bildschirmbeschwerden entstehen meist aus mehreren Faktoren

Digitale Augenbelastung ist selten die Folge eines einzigen Problems. Wer stundenlang konzentriert liest, Tabellen bearbeitet oder grafische Inhalte kontrolliert, fokussiert über lange Zeit auf dieselbe kurze Entfernung.

Gleichzeitig verändert sich beim konzentrierten Blick häufig das Blinkverhalten. Vollständiges Blinzeln verteilt den Tränenfilm über die Augenoberfläche. Wird seltener oder unvollständig geblinzelt, können Trockenheitsgefühl und Reizung zunehmen.

Hinzu kommen äussere Einflüsse. Reflexionen auf dem Display, eine zu kleine Schrift, starke Unterschiede zwischen Bildschirm und Raumhelligkeit sowie Luftströme von Heizung, Ventilator oder Klimaanlage können Beschwerden verstärken.

Deshalb bringt es wenig, ausschliesslich die Bildschirmzeit zu betrachten. Arbeitsplatz, Arbeitsorganisation, Raumklima und Sehkorrektur gehören gemeinsam in die Betrachtung.

Kurze Blickwechsel unterbrechen die dauernde Naharbeit

Eine der einfachsten Massnahmen ist der regelmässige Blick weg vom Bildschirm. Dabei müssen keine komplizierten Augenbewegungen durchgeführt werden.

Die häufig genannte 20-20-20-Regel bietet eine leicht merkbare Orientierung: ungefähr alle 20 Minuten wird für mindestens 20 Sekunden auf einen rund 20 Fuss beziehungsweise etwa sechs Meter entfernten Punkt geschaut. Entscheidend ist weniger die sekundengenaue Durchführung als die regelmässige Unterbrechung der Nahfokussierung.

Ein Fenster bietet dafür eine natürliche Gelegenheit. Auch der Blick in einen längeren Flur oder einen anderen entfernten Bereich kann genügen.

Bewusstes vollständiges Blinzeln lässt sich mit diesen Unterbrechungen verbinden. Einige ruhige Lidschläge nach einer intensiven Bildschirmphase können helfen, den Tränenfilm wieder gleichmässiger zu verteilen.


Bildschirmpause mit Blick aus dem Fenster: Regelmässige Unterbrechungen der Naharbeit lassen sich unkompliziert in den normalen Arbeitsablauf integrieren.

Der belmedia-Beitrag „Entspannung für müde Augen: Wohltuende Pausen bei langer Bildschirmarbeit“ vertieft diese einfachen Strategien und zeigt, weshalb Blickwechsel, bewusstes Blinzeln und echte Bildschirmpausen im Alltag oft wirkungsvoller sind als aufwendige Augenübungen.

Eine Smartphone-Pause ist keine echte Pause für die Augen

Der Laptop wird geschlossen und unmittelbar danach das Smartphone geöffnet – für viele Menschen ist das ein normaler Übergang zwischen zwei Aufgaben. Für die Augen bleibt dabei jedoch die Naharbeit bestehen.

Auf kleineren Displays wird zusätzlich häufig mit kürzerem Betrachtungsabstand gearbeitet. Ein bewusster Wechsel zu einer Tätigkeit ohne Bildschirm bringt deshalb mehr Erholung.

Ein kurzer Gang zum Drucker, das Zubereiten eines Getränks oder einige Minuten Bewegung schaffen gleichzeitig einen körperlichen Ausgleich. Bildschirmarbeit belastet schliesslich nicht nur die Augen, sondern kann auch mit statischer Haltung von Nacken, Schultern und Rücken verbunden sein.

Pausen müssen dafür nicht lang sein. Entscheidend ist, sie regelmässig entstehen zu lassen, bevor starke Ermüdung einsetzt.

Der Monitor sollte zur natürlichen Blickrichtung passen

Ein Bildschirm, der zu hoch steht, zwingt zu einer ungünstigen Kopfhaltung und kann gleichzeitig dazu führen, dass die Augen weiter geöffnet bleiben. Die Bildschirmoberkante sollte deshalb ungefähr auf Augenhöhe oder etwas darunter liegen.

Auch der Abstand zählt. Er sollte so gewählt sein, dass Inhalte bequem lesbar bleiben, ohne dass der Kopf dauerhaft nach vorne geschoben oder der Monitor unnötig nah herangezogen wird. SECO und ergonomische Fachinformationen empfehlen eine an Person, Bildschirmgrösse und Aufgabe angepasste Position.

Bei einem Notebook entsteht ein klassischer Zielkonflikt: Steht der Bildschirm hoch genug, liegt die Tastatur zu hoch. Bleibt die Tastatur in angenehmer Höhe, befindet sich das Display oft zu tief.

Für längere regelmässige Arbeit sind deshalb ein externer Bildschirm oder eine erhöhte Laptopposition in Kombination mit separater Tastatur und Maus sinnvoll.


Nahaufnahme beim Blick auf einen Computerbildschirm: Lesbarkeit, Sehabstand und Reflexionen beeinflussen, wie anstrengend längere Bildschirmphasen empfunden werden.

Schriftgrösse ist ein unterschätzter Komfortfaktor

Ein Text muss nicht gerade noch lesbar sein. Kleine Schrift führt leicht dazu, dass der Kopf näher an den Bildschirm wandert oder die Augen unnötig angestrengt werden.

Betriebssysteme und Programme bieten Skalierung, Zoom und veränderbare Schriftgrössen. Diese Funktionen sollten so eingestellt werden, dass die normale Arbeitsposition beibehalten werden kann.

Auch bei Smartphones lohnt eine ausreichende Darstellung. Kleine Displays müssen nicht automatisch kleine Schrift bedeuten.

Bei mehreren Monitoren sollten Schrift und Skalierung möglichst so zusammenpassen, dass nicht bei jedem Blickwechsel eine deutlich andere Darstellung verarbeitet werden muss.

Bildschirmhelligkeit sollte zur Umgebung passen

Ein sehr heller Monitor in einem dunklen Zimmer erzeugt einen starken Helligkeitskontrast. Umgekehrt lässt sich ein zu dunkles Display in einer hellen Umgebung schlecht erkennen.

Die Bildschirmhelligkeit sollte deshalb an die vorhandenen Lichtverhältnisse angepasst werden. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt insbesondere am Abend, die Helligkeit so weit zu reduzieren, dass die Darstellung weiterhin ohne Anstrengung gut erkennbar bleibt.

Auch Kontrast und Darstellung sollten angenehm lesbar sein. Dark Mode ist dabei keine pauschale Lösung für alle Menschen und Situationen. Entscheidend bleibt die individuelle Lesbarkeit.

Reflexionen von Fenstern oder Leuchten sind möglichst zu vermeiden. Häufig hilft bereits eine leicht veränderte Bildschirmposition.



Fensterlicht ist hilfreich, direkte Blendung dagegen nicht

Tageslicht besitzt für Arbeitsräume einen hohen Stellenwert. Ein Arbeitsplatz sollte jedoch so ausgerichtet sein, dass das Fenster nicht direkt hinter dem Monitor oder unmittelbar im Rücken liegt.

Steht der Bildschirm vor einem sehr hellen Fenster, entstehen starke Helligkeitsunterschiede im Sichtfeld. Befindet sich das Fenster hinter der arbeitenden Person, können Spiegelungen auf dem Display auftreten.

Eine seitliche Position zum Fenster funktioniert deshalb häufig gut. Je nach Sonnenstand können Vorhänge, Lamellen oder andere Verschattungen erforderlich sein.

SECO berücksichtigt Licht, Beleuchtung und Sicht ins Freie ausdrücklich als Teil einer gesundheitsgerechten Arbeitsumgebung.

Der zweite belmedia-Beitrag „Ergonomie am Arbeitsplatz: Was die SUVA empfiehlt – und wie Betriebe davon profitieren“ ordnet Bildschirmposition, Beleuchtung und Bewegung in ein umfassenderes ergonomisches Arbeitsplatzkonzept ein.

Trockene Raumluft kann gereizte Augen verstärken

Die Augenoberfläche reagiert nicht nur auf Bildschirmarbeit. Auch das Raumklima spielt eine Rolle.

Heizung und Klimaanlage können die Luft trockener machen. Besonders ungünstig ist ein Luftstrom, der direkt ins Gesicht gerichtet ist, weil dadurch die Verdunstung an der Augenoberfläche zunehmen kann.

Ein Schreibtisch muss deshalb nicht direkt unter einem Lüftungsauslass stehen. Häufig genügt es, die Richtung eines Ventilators oder den Arbeitsplatz leicht zu verändern.

Ein Luftbefeuchter ist dagegen keine automatische Lösung. Wird ein solches Gerät eingesetzt, muss es hygienisch betrieben und regelmässig gereinigt werden.

Kontaktlinsen können bei langer Bildschirmarbeit zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen

Kontaktlinsenträger können Trockenheitsgefühl bei langem Arbeiten am Monitor besonders deutlich wahrnehmen. Das bedeutet nicht, dass Kontaktlinsen für Bildschirmarbeit grundsätzlich ungeeignet sind.

Bei wiederkehrenden Beschwerden kann es jedoch sinnvoll sein, Tragedauer und Pflege zu überprüfen. Für einzelne lange Arbeitstage kann eine Brille je nach persönlicher Situation angenehmer sein.

Deutliche Rötung, Schmerzen oder ungewöhnliche Sehveränderungen sollten nicht einfach mit längerer Kontaktlinsennutzung übergangen werden.

Bei anhaltender Trockenheit kann eine augenärztliche oder optometrische Beurteilung klären, ob Kontaktlinsen, Tränenfilm oder andere Faktoren beteiligt sind.

Blaulichtfilter lösen normale Bildschirmmüdigkeit nicht automatisch

Blaulichtfilterbrillen werden häufig mit dem Versprechen angeboten, die Augen während der Computerarbeit grundsätzlich zu schützen.

Das normale Licht handelsüblicher Bildschirme gilt bei sachkundiger Verwendung jedoch nicht als allgemeines Risiko für Augenschäden. Das BAG hält fest, dass handelsübliche LED-Bildschirme bei sachgerechter Nutzung gesundheitlich unbedenklich sind.

Anders ist die Wirkung von Licht am Abend auf den Schlaf-Wach-Rhythmus. Hier kann eine Reduktion des blauen Lichtanteils sinnvoll sein. Das ist jedoch eine andere Frage als die kurzfristige Entlastung trockener oder müder Augen.

Für den Arbeitskomfort bleiben passende Schriftgrösse, Blickpausen, Blinzeln, Beleuchtung und eine korrekte Sehkorrektur die zentraleren Stellschrauben.

Mehrere Bildschirme brauchen eine klare Hauptposition

Zwei oder drei Displays können Arbeitsprozesse erleichtern, erhöhen aber die Anforderungen an die Anordnung.

Wird ein Monitor überwiegend genutzt, sollte dieser möglichst zentral vor dem Körper stehen. Ein seltener verwendeter Zweitmonitor kann seitlich angeordnet werden.

Wer beide Bildschirme ungefähr gleich häufig nutzt, kann die Mitte zwischen ihnen stärker zur Körperachse ausrichten. Wichtig ist, dauerhafte starke Kopfrotationen zu vermeiden.

Auch die Helligkeit sollte zwischen den Displays nicht extrem unterschiedlich sein. Jeder Wechsel zwischen sehr hellen und deutlich dunkleren Flächen verlangt eine erneute visuelle Anpassung.


Arbeitsplatz mit mehreren Displays am Fenster: Hauptmonitor, zusätzliche Bildschirme, Tageslicht und Körperposition sollten gemeinsam geplant werden.

Künstliche Tränen sind kein Ersatz für die Ursachenanalyse

Bei trockenen Augen können befeuchtende Augentropfen je nach Ursache Beschwerden lindern. Welche Produkte geeignet sind, hängt jedoch von der individuellen Situation ab.

Wer Tropfen regelmässig benötigt, sollte nicht allein anhand von Werbung oder Verpackungsversprechen auswählen. Bei häufigen oder länger anhaltenden Beschwerden kann fachliche Beratung sinnvoll sein.

Mayo Clinic nennt künstliche Tränen als mögliche Unterstützung bei trockenen Augen, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass eine zugrunde liegende Augenerkrankung oder nicht korrigierte Fehlsichtigkeit ebenfalls Beschwerden verursachen kann.

Besonders stark gerötete, schmerzhafte oder deutlich lichtempfindliche Augen gehören nicht einfach in eine normale Bildschirmroutine.

Sehkorrekturen müssen zum Arbeitsplatz passen

Eine Brille, die beim Autofahren hervorragend funktioniert, ist nicht automatisch ideal für einen Monitor in mittlerer Entfernung.

Gleitsichtbrillen können am Arbeitsplatz besondere Anforderungen erzeugen, weil bestimmte Sehbereiche der Gläser mit einer bestimmten Kopfhaltung verbunden sind. Eine ungünstige Monitorhöhe kann dann zusätzlich Nacken und Augen belasten.

Bei wiederkehrenden Beschwerden lohnt sich deshalb die Frage, ob die aktuelle Korrektur noch zur tatsächlichen Arbeitssituation passt.

Eine professionelle Untersuchung kann gleichzeitig ausschliessen, dass vermeintliche Bildschirmmüdigkeit durch eine Fehlsichtigkeit oder andere Augenerkrankung verstärkt wird.


Augenuntersuchung in einer Fachpraxis: Wiederkehrende oder ungewöhnliche Beschwerden sollten nicht automatisch der Bildschirmarbeit zugeschrieben werden.

Warnzeichen gehören nicht auf die nächste Bildschirmpause verschoben

Normale digitale Augenbelastung ist typischerweise vorübergehend und bessert sich nach Pausen oder Anpassungen der Arbeitsbedingungen.

Anders sind plötzlich auftretende oder deutlich ausgeprägte Sehprobleme zu beurteilen. Starke Augenschmerzen, anhaltende deutliche Rötung, Doppelbilder, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit oder plötzlich verändertes Sehen benötigen eine medizinische Abklärung.

Auch Beschwerden, die trotz besserer Arbeitsplatzgestaltung regelmässig wiederkehren, verdienen Aufmerksamkeit.

Das Ziel eines augenfreundlichen Arbeitsplatzes besteht nicht darin, Erkrankungen selbst zu diagnostizieren. Er reduziert vermeidbare Belastungen und macht gleichzeitig deutlicher, wann Beschwerden nicht zum normalen Arbeitsalltag gehören.



Das deutschsprachige Video „Trockene Augen durch Bildschirmarbeit | Ursachen, Symptome und Tipps“ von Hilfe bei Trockenen Augen erklärt, weshalb sich das Blinkverhalten bei konzentrierter Bildschirmarbeit verändern kann und welche einfachen Anpassungen den Alltag angenehmer machen können. Es vertieft damit den zentralen Zusammenhang zwischen Bildschirmnutzung, Tränenfilm und regelmässigen Sehpausen.


Augenfreundliche Bildschirmarbeit entsteht aus kleinen Gewohnheiten

Gesunde Bildschirmarbeit braucht keine perfekte Technik. Entscheidend ist, vermeidbare Dauerbelastungen regelmässig zu unterbrechen.

Der Monitor steht in angenehmer Entfernung und nicht unnötig hoch. Schrift und Bedienoberflächen sind gross genug, damit der normale Sitzabstand erhalten bleibt. Tageslicht wird genutzt, ohne Spiegelungen oder starke Gegenlichtsituationen zu erzeugen.

Zwischen konzentrierten Arbeitsphasen wandert der Blick bewusst in die Entfernung. Einige vollständige Lidschläge unterstützen die Augenoberfläche, und eine echte Pause führt nicht automatisch zum nächsten Display.

Auch der Raum gehört zum System. Direkter trockener Luftstrom wird vermieden, die Bildschirmhelligkeit passt zur Umgebung und mehrere Monitore sind nachvollziehbar angeordnet.

Bleiben trockene, gereizte oder müde Augen trotz dieser Anpassungen bestehen, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll. Damit wird Bildschirmarbeit nicht völlig belastungsfrei, aber wesentlich angenehmer – mit einem Arbeitsplatz, der die Augen nicht ständig zu unnötiger Mehrarbeit zwingt.

 

Bildquellen: Titelbild: Adobe Stock/Studio Romantic; Bild 1: Adobe Stock/Studio Romantic; Bild 2: Adobe Stock/Syda Productions; Bild 3: Adobe Stock/MariiaDemchenko; Bild 4: Adobe Stock/Graphicroyalty




    So sparen Sie Steuern!

    Erfahren Sie mehr über die Seminare der Steuersparakademie und nehmen Sie Kontakt mit Steuerexperte Philipp Stadelmann auf!

    Loading...


    Ihre Daten werden sorgsam behandelt und für die Kontaktaufnahme mit Ihnen verwendet.