Schweizer Banken verwalten erstmals mehr als 10 Billionen Franken
von belmedia Redaktion -schweizweit Business business24.ch businessaktuell.ch Handel Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Schweiz Schweiz Themen Unternehmen Verbreitung Wirtschaft
Die Banken in der Schweiz verwalten so viel Geld wie noch nie. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die verwalteten Vermögen auf 10’119,5 Milliarden Franken – erstmals wurde damit die Marke von 10 Billionen Franken überschritten. Gleichzeitig erreichte auch der Geschäftserfolg der Branche einen historischen Höchststand. Der Schweizer Bankenplatz zeigt sich damit trotz Nullzinsen, geopolitischer Unsicherheit und eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds ausgesprochen robust.
Bereits Ende 2025 hatten die verwalteten Vermögen mit 9’729 Milliarden Franken einen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Anstieg von 4,8 Prozent. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres kamen nochmals rund 390 Milliarden Franken hinzu.
Bei den mehr als 10 Billionen Franken handelt es sich nicht um eigenes Geld der Banken, sondern um Vermögenswerte, welche die Institute für ihre Kundinnen und Kunden verwalten. Dazu gehören insbesondere Wertschriftenbestände. Gerade diese legten aufgrund der positiven Entwicklung an den Aktienmärkten deutlich zu.
Vermögen aus dem In- und Ausland wachsen
Nach Angaben der Schweizerischen Bankiervereinigung nahmen sowohl die Vermögen der inländischen als auch jene der ausländischen Kundschaft zu. Für den Finanzplatz ist dies von besonderer Bedeutung, weil die Schweiz international weiterhin zu den wichtigsten Standorten für Vermögensverwaltung gehört.
Die Rekordwerte zeigen gleichzeitig, wie stark die Entwicklung der Finanzmärkte auf die ausgewiesenen verwalteten Vermögen wirkt. Steigen Aktien und andere Wertschriften im Wert, wächst auch der Gesamtwert der Kundendepots – selbst ohne entsprechende Neugeldzuflüsse.
Eine zentrale Rolle innerhalb des Schweizer Finanzplatzes spielt dabei die UBS. Der Konzern meldete für 2025 weltweit verwaltete Vermögen von mehr als sieben Billionen US-Dollar. Weitere Zahlen zur Grossbank gibt es im Belmedia-Beitrag über den Rekordgewinn und die Entwicklung der verwalteten Vermögen bei der UBS.
Auch der Geschäftserfolg erreicht einen Rekord
Nicht nur die Kundengelder erreichten neue Höchstwerte. Der aggregierte Geschäftserfolg der Banken in der Schweiz stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent auf 73,8 Milliarden Franken – ebenfalls ein Allzeithoch.
Besonders gut entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 6,5 Prozent. Der übrige ordentliche Erfolg nahm sogar um 26,6 Prozent zu. Schwieriger blieb dagegen das klassische Zinsgeschäft. Trotz eines höheren Kreditvolumens sank dessen Ergebnis wegen des anhaltenden Margendrucks um 0,8 Prozent.
Rekorde bedeuten nicht überall Wachstum
Die starken Finanzzahlen spiegeln sich allerdings nicht vollständig bei den Arbeitsplätzen wider. Ende 2025 beschäftigten die Schweizer Banken im Inland 92’002 Personen in Vollzeitäquivalenten. Das waren 2’345 Stellen oder 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Der Rückgang ist laut Bankiervereinigung auf die Grossbank zurückzuführen. Alle anderen Bankengruppen verzeichneten zusammen dagegen einen Stellenzuwachs.
Für den weiteren Verlauf von 2026 bleibt die Branche zuversichtlich. Die befragten Anlagechefs und Chefökonomen erwarten insgesamt einen weiter steigenden Geschäftserfolg. Besonders das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft dürfte profitieren.
Die historische Marke von mehr als 10 Billionen Franken unterstreicht damit die aussergewöhnliche Grösse des Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäfts. Gleichzeitig bleibt der Erfolg stark von den Finanzmärkten, der internationalen Kundschaft und der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes abhängig.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Titelbild – KI-Bild
