Arbedo-Castione TI: Neues SBB-Werk wächst – 360 Arbeitsplätze ab 2028

Das neue SBB-Industriewerk (NSIF) in Arbedo-Castione nimmt planmässig Gestalt an.

Mit einer Investition von rund 755 Millionen Franken realisieren die SBB eines ihrer bedeutendsten Projekte südlich der Alpen. Das Werk soll zu einem schweizweit einzigartigen Kompetenzzentrum für modernen und digitalisierten Bahnunterhalt werden. Die Eröffnung ist für Mitte 2028 vorgesehen.

Dichtes Schienennetz und neue Infrastruktur

Ein Jahr nach der symbolischen Grundsteinlegung laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Ab Mitte 2028 beginnt schrittweise der Umzug der Aktivitäten nach Arbedo-Castione. Künftig werden dort die Giruno-, Astoro- und FLIRT-TILO-Züge sowie Lokomotiven älterer Generationen gewartet. Im neuen Werk werden 360 Mitarbeitende sowie 80 Lernende beschäftigt sein. Dank der hohen Flexibilität der Anlagen können künftig auch weitere Fahrzeugflotten gewartet werden.

Zunächst wurden die Bahninfrastruktur und die Gleisanlagen rund um das neue Werk angepasst. Die Arbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Ein grosser Teil der insgesamt zehn Kilometer neuen oder erneuerten Gleise ist bereits sichtbar. Ebenfalls gut erkennbar ist die neue Fuss- und Velounterführung «Galletto», die aus Sicherheitsgründen jedoch erst nach Fertigstellung des gesamten Strassennetzes in Betrieb genommen wird.

Der Schwerpunkt der Infrastrukturarbeiten liegt derzeit im Bereich des Bahnhofs Castione-Arbedo. Dort entsteht das neue Gleis 4, das Ende 2026 in Betrieb gehen soll. Es verbessert den Betrieb auf der wichtigen Nord-Süd-Achse über den Gotthard und ermöglicht die Anbindung des neuen Industriewerks.

Stahlkonstruktion mit dem Gewicht des Eiffelturms

Parallel dazu schreitet auch der Bau des Gebäudes voran. Zunächst wird der nördliche Teil mit Logistikbereich und Energiezentrale fertiggestellt, da diese Anlagen früher in Betrieb genommen werden müssen. Anschliessend wird die Stahlkonstruktion schrittweise nach Süden erweitert. Im nördlichen Bereich beginnen demnächst die Arbeiten an Fassaden, Gebäudetechnik und Innenausbau.

Gleichzeitig laufen die Aushubarbeiten für die Untergeschosse, die Fundamente sowie für die unterirdische Anlage der künftigen Zugwaschanlage. Bis heute wurden rund 27’000 Kubikmeter Beton (60 Prozent der Gesamtmenge) sowie 3’000 Tonnen Stahl (40 Prozent) verbaut. Nach Abschluss der Arbeiten wird die gesamte verbaute Stahlmenge dem Stahlgewicht des Eiffelturms entsprechen.

Die Schlussabnahme des Gebäudes ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen. Mitte 2028 folgen die Einweihung und der Umzug der bisherigen Werkstätten von Bellinzona nach Arbedo-Castione.

Schrittweiser Umzug bis Ende 2029

Im NSIF werden künftig sowohl schwere als auch leichte Unterhaltsarbeiten an den Giruno-, Astoro- und FLIRT-TILO-Flotten sowie an älteren Lokomotiven durchgeführt. Darüber hinaus werden dort die modulare Revision, die Komponentenrevision, die Zugreinigung sowie das nächtliche Abstellen der Züge gebündelt.

Die Zusammenführung sämtlicher Unterhaltsarbeiten an einem Standort ist schweizweit einzigartig und soll erhebliche betriebliche Synergien schaffen. Dadurch wollen die SBB die Effizienz steigern, die Servicequalität verbessern und den Bahnunterhalt langfristig nachhaltig sichern.

Parallel zum Bau läuft bereits das Projekt zur Inbetriebnahme des neuen Werks. Ziel ist es, sämtliche Betriebsabläufe, Strukturen und Personalressourcen vorzubereiten und den Übergang für die Mitarbeitenden optimal zu begleiten.

Der erste Bereich wird Mitte 2028 in das neue Werk umziehen. Bis Ende 2029 erfolgt der gestaffelte Transfer sämtlicher Bereiche vom Industriewerk und der Serviceanlage Bellinzona nach Arbedo-Castione. Während dieser rund zweijährigen Übergangsphase werden das neue Werk, die Officine Bellinzona sowie die Serviceanlage gleichzeitig in Betrieb sein. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und eine enge Koordination aller Beteiligten.

 

Quelle: SBB
Bildquelle: SBB CFF FFS




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