Schweizer Hotellerie blickt optimistisch in die Zukunft und setzt auf Digitalisierung
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Booking.com hat die sechste Ausgabe des Europäischen Unterkunftsbarometers veröffentlicht. Der Bericht beleuchtet die Erwartungen, Chancen und Herausforderungen, die Unterkunftsanbieter in ganz Europa aktuell beschäftigen.
Basierend auf Erkenntnissen von 1’240 Führungskräften und Managern aus 24 europäischen Märkten zeigt die diesjährige Studie eine insgesamt widerstandsfähige Branche. Die Schweizer Beherbergungsbetriebe präsentieren sich dabei besonders mit Zuversicht: Sie blicken mehrheitlich positiv auf ihre wirtschaftliche Entwicklung und setzen verstärkt auf Digitalisierung, Eventtourismus und lokale Partnerschaften, um auch künftig erfolgreich zu sein.
Schweizer Hotellerie zeigt sich widerstandsfähig und zuversichtlich
Nach der starken Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre bleibt die Stimmung in der Schweizer Beherbergungsbranche erfreulich stabil. Sieben von zehn Betrieben (70 %) bewerten ihre Geschäftsentwicklung der vergangenen sechs Monate als gut oder sehr gut und liegen damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt (60 %). Der Blick nach vorne fällt ebenfalls optimistisch aus: 60 % der Schweizer Hoteliers erwarten in den kommenden sechs Monaten eine positive Geschäftsentwicklung.
Auch bei den wirtschaftlichen Kennzahlen zeigt sich ein solides Bild. Rund vier von zehn Betrieben (39 %) berichten in Bezug auf die Entwicklung der letzten sechs Monate von einer höheren Auslastung, während 28 % gestiegene durchschnittliche Tagesraten verzeichnen konnten. Gleichzeitig hat sich der Zugang zu Finanzmitteln spürbar verbessert: Der Anteil der Betriebe, die kaum Schwierigkeiten haben, Finanzierung zu erhalten, ist von 30 % im Vorjahr auf 45 % gestiegen und nähert sich damit wieder dem Niveau von 2024 (41 %) an.
Während europaweit Unterschiede zwischen grossen Hotelketten und unabhängigen Betrieben bestehen, bestätigt das Unterkunftsbarometer insgesamt die hohe Widerstandsfähigkeit der Schweizer Branche.
Digitalisierung stärkt die Resilienz der Branche
Mit der zunehmenden Digitalisierung gewinnt auch das Thema Cybersicherheit weiter an Bedeutung. Fast zwei Drittel der Schweizer Beherbergungsbetriebe (64 %) halten ihre bestehenden Sicherheitsvorkehrungen für ausreichend – ein Wert, der fast auf dem Niveau des europäischen Durchschnitts (66 %) liegt.
Besonders hervorzuheben ist die konsequente Umsetzung technischer Schutzmassnahmen: 91 % führen regelmässige Software-Updates durch und setzen Netzwerksicherheitslösungen wie Firewalls ein. Ebenso viele verschlüsseln sensible Gäste- und Geschäftsdaten. Mit 76 % nutzen Schweizer Betriebe zudem deutlich häufiger als der europäische Durchschnitt (60 %) eine Multi-Faktor-Authentifizierung für Mitarbeitenden-Logins.
Trotz dieses hohen Sicherheitsniveaus bleiben digitale Risiken präsent. Neben wetterbedingten Reiseunterbrechungen (39 %) zählen Ausfälle oder Störungen digitaler Systeme (34 %) sowie Cyber- und Datensicherheitsvorfälle (30 %) zu den grössten Sorgen der Schweizer Hoteliers für die kommenden zwölf Monate.
Eventtourismus gewinnt als Wachstumstreiber an Bedeutung
Grossveranstaltungen entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für die Schweizer Hotellerie. Knapp sieben von zehn Betrieben (69 %) geben an, in den vergangenen zwölf Monaten direkt von eventgetriebenem Tourismus profitiert zu haben.
Die Vorteile reichen dabei weit über zusätzliche Buchungen hinaus. Zwei Drittel der Betriebe berichten von verbesserten Umsätzen pro Zimmer (67 %), 62 % konnten mehr Buchungen in typischerweise nachfrageschwachen Reisezeiten generieren und 63 % verzeichneten mehr internationale Gäste oder Fernreisende als üblich – ein Wert, der deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt und die internationale Attraktivität der Schweiz als Reisedestination unterstreicht.
Entsprechend möchten viele Betriebe das Potenzial künftig noch stärker nutzen: Fast die Hälfte (46 %) plant eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Tourismusorganisationen, um gemeinsam eventbedingte Nachfrage zu bedienen.
Digitale Vertriebskanäle und lokale Partnerschaften helfen gegen Saisonalität
Saisonale Nachfrageschwankungen bleiben auch für Schweizer Unterkünfte eine Herausforderung. Betriebe setzen deshalb zunehmend auf eine Kombination aus digitaler Sichtbarkeit, flexibler Preisgestaltung und regionaler Zusammenarbeit.
81 % der Schweizer Hoteliers bewerten Online-Reiseplattformen als wirksamen Kanal zur Steigerung der Nachfrage ausserhalb der Hauptsaison. Gleichzeitig zeigen Partnerschaften mit lokalen Attraktionen, Kulturinstitutionen und Tourismusorganisationen besonders hohe Wirksamkeit. Sechs von zehn Betrieben (62 %) nutzen diese Strategie als Ansatz, um ganzjährige Angebote zu schaffen und die Auswirkungen der Saisonabhängigkeit zu mindern.
«Das Europäische Unterkunftsbarometer 2026 zeigt, dass sich die Schweizer Beherbergungsbranche in einem zunehmend komplexen Umfeld als ausserordentlich widerstandsfähig erweist. Digitalisierung, starke regionale Partnerschaften und der wachsende Eventtourismus eröffnen den Betrieben neue Möglichkeiten, ihre Auslastung über das ganze Jahr hinweg zu stärken. Gleichzeitig bleibt es unser Anspruch, unsere Unterkunftspartner mit den richtigen Technologien, Erkenntnissen und Lösungen dabei zu unterstützen, nachhaltig erfolgreich zu sein», sagt Matthias Schmid, SVP Accommodations bei Booking.com.
Über das Europäische Unterkunftsbarometer 2026
Die sechste Ausgabe des Europäischen Unterkunftsbarometers basiert auf einer Umfrage unter 1’240 Führungskräften und Managern des europäischen Beherbergungssektors, darunter Hotels und alternative Unterkünfte aus Österreich, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, den Niederlanden, den nordischen Ländern (Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland), Polen, Portugal, Spanien und der Schweiz. Zusätzlich wurden 200 Befragte aus dem übrigen Europa einbezogen, die Rumänien, Belgien, Tschechien, Bulgarien, Slowenien und die Slowakei abdecken. Für den Schweizer Bericht wurden 80 Personen befragt. Die Feldarbeit wurde zwischen dem 5. Februar und dem 24. März 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse spiegeln die Stimmung zu diesem Zeitpunkt wider und berücksichtigen möglicherweise nicht vollständig neuere geopolitische Entwicklungen und damit verbundene Energieversorgungsthemen. Hinweis: Auswertungen auf Basis der Betriebsgrösse liegen nur auf europäischer Ebene vor.
Quelle: PRfact/Booking.com
Bildquelle: Booking.com
