FUTUR-Preise 2026: OST-Forscher ausgezeichnet für Textilien, KI & Solar-Spitäler
von belmedia Redaktion Allgemein Business Business business24.ch businessaktuell.ch Digitalisierung Forschung Gesundheit Hochschule hospital.ch Innovation Magazine Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch News Produkte Projekte Regionen Schweiz Spitäler St.Gallen Technologie Themen Unternehmen Verbreitung xund24.ch
Die Stiftung zur Förderung und Unterstützung technologieorientierter Unternehmungen Rapperswil (Stiftung FUTUR) hat am 11. Juni 2026 drei Forschungsprojekte der OST – Ostschweizer Fachhochschule ausgezeichnet. Der Hauptpreis wurde an neuartige Textilien ohne Ewigkeitschemikalien vergeben. Der Anerkennungspreis ging an ein KI-Digitalisierungssystem für KMU. Mit einem Spezialpreis wurde ein solares Versorgungssystem für Gesundheitszentren und Spitäler in Afrika geehrt.
Die FUTUR-Stiftung zeichnet seit 2004 Forschungsprojekte aus, die einen Innovationsschub für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft versprechen. Die diesjährigen Auszeichnungen wurden von Stiftungsratspräsident Dr. h.c. Thomas Schmidheiny und Geschäftsführer Alex Simeon übergeben.
Hauptpreis für fluorfreie Membranen
Mit dem Projekt „Sane Membrane“ haben Prof. Daniel Schwendemann und sein Team vom IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung gemeinsam mit der Dimpora AG eine neuartige Membrantechnologie entwickelt. Die Membranen sind fluor- und lösungsmittelfrei und sollen eine umweltfreundliche Alternative zu heute weit verbreiteten PFAS-haltigen Materialien darstellen.
Funktionale Membranen sorgen dafür, dass Regenjacken, Wanderhosen oder Handschuhe wasser- und winddicht bleiben und gleichzeitig atmungsaktiv sind. Die neue Technologie kombiniert fluorfreie Materialien, lösungsmittelfreie Produktion, hohe Wasserdichtheit und industrielle Skalierbarkeit. Das Projekt wurde durch Innosuisse unterstützt und stösst auf grosses Interesse im Markt.
Anerkennungspreis für KI-gestützte Produktionsdigitalisierung
Der Anerkennungspreis ging an das Projekt „Gen-AI zur Produktionsdigitalisierung“ unter der Leitung von Dr. Sarah Ekanayake. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in digitale Produktionsplanung und -steuerung zu erleichtern.
Das System iDIP nutzt generative Künstliche Intelligenz und ermöglicht als Low-Code-/No-Code-Lösung die Digitalisierung auch ohne tiefgehendes IT-Fachwissen. Ein Beratungs-Bot übersetzt Anforderungen aus der Produktion in technische Spezifikationen, während ein Coder-Bot daraus direkt anpassbare Systemänderungen erzeugt. Laut Projektteam reduziert die Lösung den Implementierungsaufwand für KMU um 30 bis 40 Prozent.
Spezialpreis für Solarenergie in Gesundheitszentren
Mit dem Spezialpreis wurde das Projekt „SophiA“ ausgezeichnet. Es bringt Strom, Kühlung, sauberes Wasser und Sterilisationsmöglichkeiten in ländliche Gesundheitszentren und Spitäler Afrikas.
Das Team um Dr. Mihaela Dudita-Kauffeld vom SPF Institut für Solartechnik entwickelte gemeinsam mit internationalen Partnern eine modulare solarbetriebene Infrastruktur. Das System kombiniert erneuerbare Energien, nachhaltige Kühlung, Wasseraufbereitung und Dampferzeugung. Seit 2024 ist die Lösung bereits in Burkina Faso, Kamerun, Malawi und Uganda im Einsatz. Inzwischen wird sie auch für weitere Regionen mit besonderen Herausforderungen weiterentwickelt, beispielsweise für die Ukraine.
Innovationen für aktuelle Herausforderungen
Für Thomas Schmidheiny stehen die ausgezeichneten Projekte exemplarisch für die Innovationskraft der OST. Die Entwicklungen reichen von nachhaltigen Textilien über den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz bis hin zu Lösungen für die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen.
„Wetterfeste Textilien brauchen wir alle. Künstliche Intelligenz müssen wir sinnvoll einsetzen. Und internationale Zusammenarbeit ist entscheidend, um globale Herausforderungen zu lösen“, sagte Schmidheiny anlässlich der Preisverleihung.
Quelle: OST – Ostschweizer Fachhochschule
Bildquelle: OST – Ostschweizer Fachhochschule
