Studie: Humanoide Roboter könnten Industrie grundlegend verändern
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Arbeitswelt Beruf Beschäftigung Betrieb Betrieb betriebseinrichtung.net Bildung & Arbeit Business business24.ch businessaktuell.ch Digitalisierung Forschung Infrastruktur Innovation Lifestyle Magazine Maschinen nachrichtenticker.ch News Personal Strategie Technologie Themen Unternehmen Verbreitung Wirtschaft
Humanoide Roboter könnten laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger durch Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz und Robotik-Hardware zu Betriebskosten von rund zwei Dollar pro Stunde arbeiten. In Hochlohnländern wie Österreich wären sie damit ein entscheidender Hebel, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, neue Industrien entstehen zu lassen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Die aktuelle Analyse zeigt deutlich: Die Frage ist nicht mehr, ob humanoide Systeme kommen, sondern wie schnell sie skalieren werden. Bis 2035 dürften Robotik-Hersteller laut Studie einen Umsatz von rund 300 Milliarden US-Dollar erreichen. In optimistischen Szenarien seien sogar bis zu 750 Milliarden Dollar möglich. Langfristig könnte der Markt ein Volumen von bis zu vier Billionen Dollar erreichen – und damit eine Grössenordnung wie die heutige Automobilindustrie.
„Wir erleben gerade, wie technologische Machbarkeit auf wirtschaftliche Notwendigkeit trifft. Die entscheidende Frage ist also nicht mehr, ob humanoide Roboter kommen, sondern wie schnell sie skalieren“, erklärt Thomas Kirschstein, Partner bei Roland Berger. Einsatzmöglichkeiten reichen von Motoren, Mechanik und Sensorik bis hin zu Elektronik und Produktionsausrüstung.
Europa unter Handlungsdruck
Europa verfüge zwar über eine starke industrielle Basis – insbesondere in Automobilbau, Maschinenbau und Automatisierung. Allerdings lägen Investitionen, Produktionszahlen und Start-up-Ökosysteme derzeit noch hinter den USA und China zurück. Laut den Experten habe Europa den Anschluss noch nicht verloren, müsse jedoch entschlossen handeln.
„Europa hat die technologischen Fähigkeiten, in Zukunft von humanoiden Robotern zu profitieren. Was fehlt, ist die Entschlossenheit, in eigene Wertschöpfungsketten zu investieren und schnell zu skalieren“, so Kirschstein weiter. Notwendig seien höhere Investitionen, stärkere Skalierung sowie eine engere Verzahnung zwischen Industrie, Zulieferern und Technologieanbietern.
KI als Treiber der Automatisierung
Parallel dazu zeigt eine Studie von Bain & Company, dass der Trend zur KI unumkehrbar ist. Bis 2030 könnten rund 50 Prozent der Umsätze im Bereich industrieller Automatisierung auf KI-basierten Angeboten beruhen. Die Wertschöpfung verschiebe sich damit zunehmend in Richtung Software, Daten und künstliche Intelligenz.
Gleichzeitig bestehen Vorbehalte: Zwar stehen zwei Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland KI-Tools positiv gegenüber, doch mehr als die Hälfte sorgt sich um Datenverarbeitung in den USA oder China. Die Debatte um Automatisierung und Digitalisierung bleibt damit nicht nur technologisch, sondern auch geopolitisch relevant.
Quelle: pressetext.redaktion/Florian Fügemann
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