AT&S steigert Umsatz und Gewinn: Wachstumskurs und Kapazitätsausbau in Kulim

„Das zweite Quartal markiert einen Meilenstein in der Geschichte von AT&S. Wir haben den höchsten Quartalsumsatz erzielt, den unser Unternehmen je verzeichnet hat. Dies zeigt sowohl die Stärke unserer Strategie als auch das Vertrauen, das unsere Kunden in uns setzen. Während unserer Technologietour im Oktober haben wir alle unsere wichtigsten US-Technologiekunden getroffen. Diese Gespräche bestätigten sowohl die starke Nachfrage nach unseren Lösungen als auch die erheblichen Chancen, die vor uns liegen.

Während wir unsere Wachstumsstrategie weiter umsetzen, sind wir zuversichtlich, in den kommenden Jahren profitabel wachsen zu können. Gleichzeitig verlaufen die Erweiterung in Kulim und die Modernisierungen an unseren anderen Standorten planmässig“, sagt AT&S-CEO Michael Mertin. „Als ich zu AT&S kam, habe ich ein klares Versprechen abgegeben: Wir halten, was wir versprechen. Die Ergebnisse bestätigen dies voll und ganz. Doch dieser Rekord steht für mehr als Zahlen. Er gehört unseren Mitarbeitenden, deren Fachwissen, Engagement und Innovationsgeist AT&S jeden Tag voranbringen. Ihr Beitrag gibt mir grosses Vertrauen, dass unsere besten Jahre noch vor uns liegen.“

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Quartalsumsatz: 682 Millionen Euro – der höchste Wert der Unternehmensgeschichte.
  • Quartalsergebnis: Das EBITDA erreichte 244 Millionen Euro, der Nettogewinn 125 Millionen Euro.
  • Erstes Halbjahr: Der Umsatz stieg auf 1,2 Milliarden Euro und das EBITDA auf 409 Millionen Euro.
  • Kulim: Der Ausbau sieht Investitionen von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro vor.
  • Ausblick: AT&S bestätigt für 2026/27 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 45 bis 55 Prozent.

Zweites Quartal 2026/27

Der Konzernumsatz stieg auf 682 Millionen Euro (Vorjahr: 447 Millionen Euro), ein währungsbereinigtes Plus von 52 Prozent. Dies ist der höchste Quartalsumsatz in der Unternehmensgeschichte. Der Anstieg war vor allem auf eine höhere Auslastung und den Hochlauf neuer Kapazitäten zurückzuführen.

Das EBITDA verbesserte sich um 134 Prozent (währungsbereinigt um 152 Prozent) auf 244 Millionen Euro. Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Volumina, einen besseren Produktmix und ein verbessertes Preisumfeld zurückzuführen. Die EBITDA-Marge lag mit 35,8 Prozent um nahezu 13 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Abschreibungen stiegen aufgrund von Anlagenzugängen und technologischen Modernisierungen mit einer deutlich geringeren Rate um 6 Millionen Euro auf 93 Millionen Euro beziehungsweise 14 Prozent des Umsatzes.

Das EBIT belief sich auf 153 Millionen Euro (Vorjahr: 16 Millionen Euro) und hat sich gegenüber dem Vorquartal mehr als verdoppelt. Die EBIT-Marge lag bei 22,4 Prozent. Die Finanzierungskosten blieben mit minus 24 Millionen Euro weitgehend unverändert.

Das Nettoergebnis erreichte 125 Millionen Euro nach einem Verlust von 8 Millionen Euro im zweiten Quartal des Vorjahres. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 3,05 Euro (Vorjahr: minus 0,31 Euro).

Erstes Halbjahr 2026/27

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich der Konzernumsatz um 45 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 46 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 846 Millionen Euro).

Das EBITDA verbesserte sich um 134 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 156 Prozent von 175 Millionen Euro auf 409 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge betrug 33,2 Prozent und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 20,6 Prozent. Die Abschreibungen erhöhten sich um 10 Millionen Euro auf 185 Millionen Euro beziehungsweise 15 Prozent des Umsatzes.

Das EBIT stieg von 0 Millionen Euro auf 226 Millionen Euro. Die EBIT-Marge betrug 18,4 Prozent (Vorjahr: 0 Prozent). Das Finanzergebnis verbesserte sich von minus 67 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 56 Millionen Euro, was vor allem auf positive Wechselkurseffekte zurückzuführen war.

Der Nettogewinn von 166 Millionen Euro (Vorjahr: minus 63 Millionen Euro) führte zu einem Ergebnis je Aktie von 3,98 Euro (Vorjahr: minus 1,86 Euro).

Die Nettoinvestitionen stiegen von 84 Millionen Euro im Vorjahr auf 111 Millionen Euro. Der Grossteil der Investitionen entfiel auf die Werke in Kulim, Leoben und Chongqing. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit betrug 100 Millionen Euro und sank gegenüber dem Vorjahr (209 Millionen Euro). Gründe dafür waren insbesondere ein Anstieg des Working Capital im Einklang mit dem starken Geschäftswachstum, höhere Sicherheitsbestände und die Reduktion des internationalen Factoring-Programms. Der operative Free Cashflow war mit minus 11 Millionen Euro leicht negativ (Vorjahr: 125 Millionen Euro). Bei einem Factoring-Volumen in gleicher Höhe wie im Vorjahr hätte der operative Free Cashflow rund 120 Millionen Euro betragen.

AT&S hat seine ausstehende Hybridanleihe aus dem Jahr 2022 mit einem Nominalvolumen von 350 Millionen Euro am 22. Oktober 2026 zum ersten möglichen Kündigungstermin zurückgezahlt. Die Rückzahlung folgte auf die erfolgreiche Platzierung der Hybridwandelanleihe 2026. Durch diese Refinanzierungstransaktion wird AT&S seine laufenden Finanzierungskosten deutlich senken. Der Kupon des neuen Finanzierungsinstruments liegt rund 50 Prozent unter jenem der Hybridanleihe von 2022. Die Transaktion stärkt damit das langfristige Finanzierungsprofil des Unternehmens zusätzlich.

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Beginn des Geschäftsjahres deutlich und betrug Ende September 2026 5’566 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren vor allem die begebene Wandelanleihe und der Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten gegenüber Kunden. Die Eigenkapitalquote stieg um 1,3 Prozentpunkte auf 23,9 Prozent. Diese Zahl berücksichtigt die Umgliederung der Hybridanleihe von 2022 vom Eigenkapital in das Fremdkapital zum 30. September 2026. Unter Berücksichtigung der anschliessenden Rückzahlung der Hybridanleihe hätte die Eigenkapitalquote 25,5 Prozent betragen.

Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 827 Millionen Euro (31. März 2026: 738 Millionen Euro). Die ungenutzten Kreditlinien beliefen sich auf 91 Millionen Euro. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA der vergangenen zwölf Monate verbesserte sich von 3,2 zum 31. März 2026 auf 2,0. Grund dafür war ein deutlicher Anstieg des EBITDA bei gleichbleibender Nettoverschuldung.



Erweiterung in Kulim

Im Juni kündigte AT&S auf Grundlage von Vereinbarungen mit seinem Kunden AMD und einem weiteren führenden Technologieunternehmen die Erweiterung seines Produktionsstandorts in Kulim an. Aufbauend auf dem erfolgreichen Hochlauf von Werk 1 umfasst die Erweiterung den Ausbau des bestehenden Gebäudes von Werk 2 sowie den Bau einer neuen Fertigungsstätte für IC-Substratkerne und hochentwickelte Leiterplatten. Gestützt auf diese langfristigen Kundenzusagen sollen die geplanten Investitionen von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro zusätzliche Kapazitäten schaffen, um die wachsende Nachfrage nach hochentwickelten IC-Substraten und Packaging zu decken.

Im September kündigte AT&S anschliessend eine erweiterte Zusammenarbeit mit Marvell Technology an, um die Kapazitäten für hochentwickelte IC-Substrate für KI- und Cloud-Infrastrukturen der nächsten Generation weiter zu erhöhen. Die Vereinbarung baut auf der bestehenden Geschäftsbeziehung auf und unterstützt die wachsende Nachfrage von Marvell Technology nach hochentwickelten Substraten, während der Einsatz von KI weiter zunimmt.

Ausblick 2026/27

Wie oben erwähnt, erweitert AT&S derzeit seine Kapazitäten im Geschäftsbereich Microelectronics und erwartet bereits im laufenden Geschäftsjahr positive Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. An den Standorten des Geschäftsbereichs Electronics Solutions investiert das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kunden ebenfalls planmässig in neue Produkte und Technologien, die ab dem zweiten Halbjahr zunehmend zum Umsatz beitragen sollen. Im Fokus stehen dabei Leistungselektronik für KI-Systeme, optische Transceiver und komplexe Leiterplatten für anspruchsvolle Testanwendungen.

Auf dieser Grundlage bestätigt AT&S den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026/27 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 45 bis 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die erwartete EBITDA-Marge von 32 bis 37 Prozent bedeutet eine weitere deutliche Steigerung der Profitabilität. Das Management plant für 2026/27 Investitionen von rund 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro und einen positiven operativen Free Cashflow.

Die Prognose beinhaltet keine wesentliche Verschlechterung der geopolitischen Lage und der derzeit angespannten Versorgungssituation bei bestimmten Materialien. Das Management beobachtet die Entwicklungen weiterhin sehr genau, um jederzeit auf Veränderungen reagieren zu können.

 

Quelle: AT&S
Bildquelle: Bild 1: AT&S / Krug; Bild 2: AT&S / Trampusch




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