MIT entwickelt Verfahren zur Gewinnung von Magnesiumsalz für Industrie und Medizin
von belmedia Redaktion Allgemein Business business24.ch businessaktuell.ch Experten Forschung Gesundheit Hochschule Innovation Konzeption Magazine Medizin Nachhaltigkeit nachrichtenticker.ch Natur & Umwelt News Produkte Strand & Meer Technologie Themen Trends Verbreitung Wirtschaft
Magnesiumsalz lässt sich künftig umweltverträglich gewinnen – ohne bergmännische Eingriffe, die die Natur beeinträchtigen. Nahezu unerschöpfliche Quelle ist das Meerwasser, das geladene Magnesiumteilchen (Kationen) enthält und noch viel mehr Natrium-Kationen. Die Magnesiumsalze werden mit einem neuen, speziellen elektrochemischen Verfahren von Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgelöst und verfügbar gemacht.
Aus Meerwasser liess sich auch bisher schon Magnesium gewinnen, doch das Produkt musste aufwändig gereinigt werden, weil sich Natrium und Magnesium vermischten. Das ist jetzt überflüssig. Dieses Verfahren liefert Magnesiumsalze in fast reiner Form. Vorgestellt haben es die Wissenschaftler vor Kurzem im Fachjournal „ACS Energy Letters“ der American Chemical Society.
Reinigung jetzt unnötig
Der Schlüssel zur Gewinnung von Magnesium liegt in Elektroden, die in das Meerwasser getaucht werden, um Gleichstrom einzuleiten und so die elektrisch geladenen Partikel zu beeinflussen. Sie bestehen aus dem Schwermetall Bismut (Wismut). Im ersten Schritt reicherten die MIT-Forscher das Magnesium an und parallel dazu die Natriumkonzentration ab. Nach mehreren Durchgängen kam auf 20 Magnesium-Kationen nur noch ein einziges Natrium-Kation. Dieses aufbereitete Meerwasser wurde verdampft, sodass Magnesiumchlorid übrigblieb, das nur ganz leicht durch Natriumchlorid verunreinigt war.
Sonne könnte Trocknen übernehmen
Schliesslich errechnete das Forscherteam, dass die Herstellung von Magnesiumchlorid mit seinem elektrochemischen Ansatz etwa 107 US-Dollar pro Tonne kosten würde. Das liegt deutlich unter den aktuellen Marktpreisen für Magnesiumchlorid. Darin enthalten sind allerdings nicht die Kosten für das Trocknen des Salzes, das jedoch kostenlose Solarenergie übernehmen könnte.
Magnesiumchlorid ist ein Rohstoff zur Gewinnung von metallischem Magnesium, das als Leichtmetall etwa im Motoren- und Karosseriebau verwendet wird. Das Salz lässt sich auch zum Enteisen von Strassen und Landebahnen, zur Herstellung von medizinischen Präparaten, in der Lebensmittelindustrie und von der chemischen Industrie nutzen. Der weltweite Verbrauch von Magnesiumchlorid liegt bei rund 4,7 Mio. Tonnen pro Jahr – Tendenz steigend – mit einem Marktwert von 550 bis 680 Mio. US-Dollar.
Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
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