Cyberangriffe auf Industrie nehmen zu: Firmen kämpfen mit steigenden Sicherheitsrisiken

Die Bedrohung für produzierende Unternehmen, von Hackern attackiert zu werden, wächst. In Grossbritannien etwa waren im vergangenen Jahr 30 Prozent der Firmen entweder selbst betroffen oder Partner in der Lieferkette. Das hat eine jüngst veröffentlichte Umfrage im Auftrag von MakeUK ergeben, einer Lobbyvereinigung britischer Hersteller.

In vielen Fällen gab es dadurch Produktionsausfälle, die zu hohen Kosten führten. Abgesehen davon, dass die IT mit oft grossem Aufwand saniert werden musste.

Das Risiko von Angriffen ist in den letzten Jahren gestiegen, da Hacker, oft von feindlich gesinnten Staaten unterstützt, zahlreicher geworden sind und die Abwehrmechanismen von Unternehmen immer geschickter durchbrechen können. Hinzu kommt, dass nur knapp die Hälfte aller Firmen einen Plan zur Reaktion auf einen Angriff hat.

Feindliche Staaten unterstützen Hacker

Grossunternehmen berichten, dass sie nahezu ständig Angriffen von Personen ausgesetzt sind, die versuchen, auf ihre Systeme zuzugreifen. Die britische Regierung schätzt, dass Cyberkriminalität die heimische Wirtschaft jährlich 14,7 Mrd. Pfund (gut 17 Mrd. Euro) kostet. Der Aufstieg generativer KI-Systeme, von denen einige bereits autonom in die EDV von Unternehmen eindringen können, hat den Bemühungen zur Verbesserung der Abwehrmassnahmen zusätzliche Dringlichkeit verliehen.

Vernetzung von Firmen erhöht Risiken

Viele Hersteller steigern ihre Produktivität durch die Vernetzung ihrer Fabriken, was ihnen einen wesentlich schnelleren Einblick in die Betriebsabläufe ermöglicht. Die grössere Anzahl an Verbindungen hat jedoch auch zur Folge, dass der Umfang des Schadens deutlich grösser ist, sobald Angreifer einmal in das System eingedrungen sind. JLR war gezwungen, die Systeme in allen seinen Fabriken, Büros und Einzelhandelsbetrieben abzuschalten, nachdem das Unternehmen am letzten Tag des Augusts letzten Jahres digitale Eindringlinge entdeckt hatte.

2,2 Mrd. Euro Schaden

Zu den schwersten Vorfällen dieser Art zählt der Hack von Jaguar Land Rover (JLR) Ende August, Anfang September 2025. Das unabhängige Cyber Monitoring Centre schätzt, dass die Attacke das Unternehmen 1,9 Mrd. Pfund (2,2 Mrd. Euro) gekostet hat. Die „New York Times“ berichtete im Juni, dass die britischen Strafverfolgungsbehörden zu dem Schluss gekommen seien, russische Hacker steckten dahinter.

„In der heutigen Landschaft kann es sich kein Hersteller leisten, Cybersicherheit als etwas anderes als eine geschäftskritische Priorität zu betrachten“, sagt Jonathon Ellison, Direktor für nationale Resilienz beim National Cyber Security Centre (NCSC). „Das NCSC arbeitet daran, Organisationen jeder Grösse dabei zu helfen, ihre Cyberabwehr zu stärken“, so Ellison abschliessend.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: Symbolbild © PUGUN SJ/iStock.com




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