Universität Lausanne: Forschen und Studieren am Genfersee seit fast 500 Jahren

Wer einmal auf dem Campus Dorigny spaziert ist, versteht schnell, warum die Universität Lausanne zu den begehrtesten Studienorten der Schweiz zählt. Grüne Wiesen, der Blick auf den Genfersee, moderne Architektur und mittendrin eine der vielseitigsten Forschungsuniversitäten des Landes – die Université de Lausanne, kurz UNIL, vereint akademische Exzellenz mit einer Lebensqualität, die kaum ein anderer Universitätsstandort bietet.

Was 1537 als theologische Académie de Lausanne begann, ist heute eine internationale Forschungsuniversität mit globalem Ruf, fast 17’000 Studierenden aus rund 130 Ländern und über 210 Forschungs- und Lehreinheiten. Im Jahr 1890 erhielt die Institution den Status einer Universität. 1970 verlegte sie ihre Aktivitäten aus der Innenstadt auf den heutigen Campus in Dorigny – direkt am Genferseeufer gelegen und heute Teil des grössten Bildungs- und Forschungszentrums der Schweiz.

Von der Akademie zur Forschungsuniversität

Die Entwicklung der UNIL über fast 500 Jahre ist bemerkenswert: Von einer Ausbildungsstätte für Theologen zu einer international anerkannten Forschungsuniversität mit Schwerpunkten in Human- und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften inklusive Medizin sowie Umwelt- und Geowissenschaften. Gemeinsam mit der benachbarten École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) bildet sie das grösste Bildungs- und Forschungszentrum der Schweiz.

Drei der sieben Fakultäten sind in dieser Form einmalig in der Schweiz: die Fakultät für Rechts- und Kriminalwissenschaften, jene für Biologie und Medizin sowie die Fakultät für Geo- und Umweltwissenschaften. Die UNIL zählt laut QS World University Rankings aktuell zu den weltweit besten 150 Universitäten – mit besonders hohen Werten bei Indikatoren für Forschungsleistung und Internationalisierung.


Lausanne am Genfersee – eine der lebenswertesten Städte der Schweiz und Heimat der Université de Lausanne, einer der renommiertesten Forschungsuniversitäten des Landes.

Bekannte Absolventinnen und Absolventen

Verschiedene Persönlichkeiten haben an der UNIL studiert oder gewirkt, die weit über die Grenzen der Schweiz bekannt sind: der frühere Astronaut Claude Nicollier, Bertrand Piccard, Gründer des Solar-Impulse-Projekts, und der Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet, dessen Forschung auf dem Gebiet der Kryomikroskopie 2017 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Fast 17’000 Studierende aus aller Welt

Die UNIL zählt fast 17’000 Studierende aus rund 130 Ländern. Ein Fünftel aller Studierenden und ein Drittel der Dozierenden stammen aus dem Ausland – was dem Campus eine lebendige internationale Atmosphäre verleiht. Mit einer Zulassungsquote von 31 Prozent pflegt die UNIL einen selektiven Aufnahmeprozess und kooperiert mit über 130 internationalen akademischen Partnern.

Die Studiengebühren sind im internationalen Vergleich moderat. Die Lebenshaltungskosten in Lausanne für Studierende belaufen sich auf rund 2’100 Franken pro Monat. Wer ein Master-Studium anstrebt und sich finanziell unterstützen lassen möchte, kann sich um ein UNIL Master’s Grant bewerben – ein Stipendium, das monatlich 1’600 Franken für eineinhalb bis zwei Jahre gewährt.

Sieben Fakultäten, über 210 Forschungseinheiten

Die UNIL bietet 15 Bachelor- und 42 Master- sowie Doktoratsprogramme in 26 Disziplinen an. In den mehr als 210 Forschungs- und Lehreinheiten arbeiten rund 5’000 Forscherinnen und Forscher täglich an nationalen und internationalen Projekten – in so unterschiedlichen Bereichen wie Genomik, Filmästhetik, Umweltrecht und Kriminalistik.

Besonders hervorzuheben ist die Ecole des sciences criminelles (ESC) als Teil der Fakultät für Rechts- und Kriminalwissenschaften: Sie war die weltweit erste universitäre Hochschulinstitution für forensische Wissenschaften und gehört nach wie vor zu den wenigen Institutionen in Europa, die eine umfassende Ausbildung in Forensik anbietet. Ein Drittel der Master-Studiengänge wird zudem in Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Hochschulen angeboten, fast 7’000 Unterrichtsstunden pro Jahr werden mit der EPFL ausgetauscht.

Zu den besonderen Studienprogrammen gehören ein Master in Forensischen Wissenschaften, ein interfakultärer Masterstudiengang in Recht, Kriminalistik und IT-Sicherheit sowie ein Master in Verhaltensforschung, Evolution und Konservierung.


Die Unithèque auf dem Campus Dorigny – von Studierenden wegen ihrer geschwungenen Form liebevoll „die Banane» genannt, ist sie das architektonische Wahrzeichen der Université de Lausanne.

Ein Campus, der lebt

Der Campus Dorigny ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Die räumliche Nähe von UNIL, dem Lausanner Universitätsspital (CHUV) und der EPFL schafft eine aussergewöhnliche Dynamik im Bereich der Life Sciences. Im Bereich Sozialwissenschaften ist Lausanne seit der Eröffnung des Schweizer Kompetenzzentrums für Sozialwissenschaften (FORS) im Jahr 2007 das führende Zentrum der Schweiz.

Architektonisch hat der Campus in den letzten Jahren deutlich an Profil gewonnen. Die Unithèque – von Studierenden wegen ihrer geschwungenen Form liebevoll „die Banane» genannt – wurde 2025 um einen Erweiterungsbau ergänzt, der der universitären Gemeinschaft innovative Dienstleistungen in neuen Räumen bietet. Ergänzt wird das Campusleben durch La Grange, ein Theater und Kreationslabor an der Schnittstelle von Kunst und Forschung, das von September bis Januar eine breite Öffentlichkeit anspricht.

International vernetzt, lokal verwurzelt

Rektor der Universität Lausanne ist Professor Frédéric Herman. Unter seiner Führung setzt die UNIL ihren Kurs als international ausgerichtete Forschungsuniversität fort. Im Juni 2026 wurde die UNIL am 56. Kongress des European University Continuing Education Network (eucen) in Cagliari mit dem ULLL Excellence Award for Longstanding Commitment ausgezeichnet – eine Anerkennung für ihr langjähriges Engagement in der universitären Weiterbildung.

Im Juni 2026 war die UNIL zudem Gastgeberin der internationalen Future Earth-Konferenz unter dem Titel „Towards a Just and Habitable World: Exploring the Role of Technologies» – eine Tagung, die Forschende aus Natur- und Sozialwissenschaften, Ingenieurwesen und Geisteswissenschaften zusammenbrachte und die wachsende Rolle der UNIL als Plattform für interdisziplinären Austausch unterstreicht.

Video-Tipp: Der Campus der Universität Lausanne

Dieses offizielle Video der UNIL zeigt den Campus Dorigny mit seinen weitläufigen Grünflächen, dem Blick auf den Genfersee und die Alpen – ein Eindruck davon, was Studieren in Lausanne bedeutet.



Fazit

Wer auf dem Genferseeufer studieren möchte, findet an der UNIL ein Umfeld, das akademische Exzellenz mit einem lebendigen Campusleben verbindet – und das seit fast 500 Jahren. Die Kombination aus internationaler Ausstrahlung, einzigartigen Forschungsschwerpunkten und einer der schönsten Campuslagen der Schweiz macht die Universität Lausanne zu einem der interessantesten Studienorte des Landes.

 

Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © Rama – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 fr, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=381399; Bild 2: Symbolbild © BearFotos/Shutterstock.com; Bild 3: Symbolbild © Rama – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 fr, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=381386/Shutterstock.com




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