Hotellogiernächte sinken im März – Schweiz Tourismus rechnet mit stabiler Sommersaison

Die Hotellogiernächtezahlen für März 2026 zeigen einen Rückgang im Schweizer Tourismus.

Wie stark hat der Iran-Konflikt auf diese Entwicklung eingewirkt? Was sind die Erwartungen für die Sommersaison, was für das Gesamtjahr? Die nationale Marketingorganisation Schweiz Tourismus (ST) ordnet ein.

März 2026 schwächer durch Sondereffekte: Rückgang von 5,2 %, stark geprägt durch Kalendereffekte und nicht allein durch den Iran-Konflikt. Stabilität im Heimmarkt Schweiz und aus Nahmärkten in der Sommersaison erwartet. Gedämpfter Jahresausblick, aber robustes System: Für 2026 wird ein moderater Rückgang erwartet, bei insgesamt hoher Resilienz dank breitem Gästemix.

Der März 2026 verlief für den Schweizer Tourismus deutlich schwächer als der März 2025. Dies zeigen die definitiven Hotellogiernächtezahlen, die das Bundesamt für Statistik (BfS) heute morgen publiziert hat. Für die Gesamtschweiz resultierte ein Minus von 5,2 %.

Da der März 2026 der erste volle Monat nach Ausbruch des Iran-Konflikts war, liegt der Schluss nahe, dass diese Rückgänge damit im Zusammenhang stehen. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Kalendarische Effekte haben stark zum Rückgang beigetragen. Im ersten Quartal resultierte insgesamt ein leichtes Plus von 0,1 % bei den Hotelübernachtungen. Und trotz des Konflikts zeigen sich für die Sommersaison viele Tourismus-Akteure zuversichtlich.

Dennoch wird der Iran-Konflikt Spuren hinterlassen: Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Schweiz Tourismus (ST) derzeit mit einem leichten Minus von 2–3 % bei den Hotellogiernächten. „Was wir erleben, ist eine Justierung“, erklärt ST-Direktor Martin Nydegger. Vergleiche zur Pandemie verbieten sich: Damals brach die Nachfrage flächendeckend weg, heute gehe es um Verschiebungen in einzelnen Märkten. Die Auswirkungen sind also nicht gleichmässig verteilt: Betriebe mit hoher Abhängigkeit von betroffenen Märkten werden stärker spüren, was sich verändert. Schweiz Tourismus nimmt dies ernst. Insgesamt werde das Gesamtsystem des Schweizer Tourismus aber nicht erschüttert.

Weitere Normalisierung im Heimmarkt Schweiz

Dass der wichtige Heimmarkt Schweiz im März 2026 einen Rückgang von 5,7 % erlitt, erklärt sich einerseits damit, dass die Sportferien 2026 in mehreren bevölkerungsreichen Gemeinden in den Februar fielen, während sie 2025 noch im März lagen. Dazu normalisiert sich die Nachfrage nach den starken Pandemiejahren weiterhin. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet ST mit stabilen Zahlen aus dem Heimmarkt.

Gerade der Sommer dürfte gut laufen: Das Tessin beispielsweise berichtet von einem höheren Interesse von Schweizer Gästen für die Monate Mai bis Juli als im Vorjahr.

Bessere Nachfrage aus Europa

Die Nahmärkte verzeichneten im März 2026 insgesamt einen Rückgang von 3,5 % ohne Heimmarkt, verglichen zum Vorjahr. Laut der ST-Aussenstelle Deutschland dürfte die Verschiebung der bayerischen Frühlingsferien von März 2025 auf Februar 2026 einen Teil des Rückgangs im wichtigsten Auslandsmarkt erklären. Dasselbe gilt für die Benelux-Staaten. Positiv stechen die gewichtigen Märkte UK mit 6,1 % und Frankreich mit 1,4 % hervor. Diese Entwicklung widerspiegelt einen breiteren Trend zum „Nearshoring“, also zur Bevorzugung naher, gut erreichbarer Destinationen gegenüber Fernreisen. Dieser kommt der Schweiz zugute und dürfte die Nachfrage aus europäischen Märkten in den Sommermonaten weiter stärken. Für das Gesamtjahr erwartet ST eine leicht stabile Anzahl Hotellogiernächte aus europäischen Quellmärkten.


Gäste aus Deutschland

Golfstaaten mit März-Plus – Ausblick aber verhalten

Überraschenderweise verzeichnen die Golfstaaten im März 2026 ein Plus von 7,9 %. Das überrascht, lässt sich aber mit dem „Ramadan-Effekt“ erklären: 2025 fiel der Ramadan, in dem kaum gereist wird, vollständig in den März. 2026 lag nur ein Teil davon in diesem Monat. Die Nachfrage aus Saudi-Arabien zeigt sich dazu überaus stabil. Die wichtigsten Reisemonate für die Golf-Märkte stehen noch an und Reisende aus dieser Region buchen traditionell kurzfristig. Aktuell rechnet ST für die Golfstaaten dennoch mit einem signifikanten Rückgang für das Gesamtjahr 2026.

Gedämpfte Nachfrage aus Asien

Asien verzeichnete im März mit minus 15,8 % den stärksten Rückgang aller Marktgruppen. Besonders stark betroffen ist Indien mit minus 31,5 %. Fast die Hälfte der Flüge zwischen Indien und Europa verlaufen über Drehkreuze im Mittleren Osten, zudem brach der Konflikt genau zu Beginn der wichtigsten indischen Reisesaison aus. Für Indien verbessert sich die Stimmung gegen das zweite Halbjahr hin. Die Jungfrau Region bestätigt die gedämpfte Nachfrage aus asiatischen Märkten, mit Ausnahme von China: Dank direkter Flugverbindungen über russischen Luftraum zeigt sich dieser Markt stabiler. Die Zentralbahn erwartet für China sogar ein Wachstum, für Südostasien hingegen spürbare Rückgänge. Für das Gesamtjahr rechnet ST mit empfindlichen Rückgängen für Gesamt-Asien, jedoch mit deutlichen Unterschieden je nach Markt.

Americas: Robust mit Verschiebungen ins zweite Halbjahr

Der amerikanische Kontinent verzeichnete im März mit minus 1,6 % einen minimalen Rückgang. Die USA mit minus 0,1 % zeigen sich besonders robust. Die Jungfrau Region bestätigt diese Einschätzung mit einer stabilen Buchungsnachfrage aus Nordamerika. Viele Buchungen verschieben sich aber tendenziell in den Spätsommer und Herbst. Brasilien zeigt weiterhin Interesse an der Schweiz, wobei die Schwäche des brasilianischen Reals der wichtigste hemmende Faktor bleibt. Insgesamt erwartet ST für das Gesamtjahr eine stabile Nachfrage aus den „Americas“.

Luxushotellerie zeigt sich resilient

Die Luxushotellerie zeigt sich besonders resilient in der Krise. Sowohl das Dolder Grand Zürich als auch der Bürgenstock Resort berichten aktuell von einer stabilen Buchungsdynamik. Der Bürgenstock verzeichnete zusätzliche MICE- und Leisure-Buchungen, die infolge der aktuellen Lage aus dem Mittleren Osten verlagert wurden. Beide Häuser betonen die Bedeutung einer breit diversifizierten Gästestruktur als Stabilitätsanker in einem unsicheren Umfeld. Weitere Mitglieder der Swiss Deluxe Hotels sowie der Leading Hotels of the World bestätigen diese Einschätzung. Auch aus den Quellmärkten ist zu hören, dass die Nachfrage im Luxussegment wenig betroffen sei. Trotzdem sind da und dort die Rückgänge aus den ausgabefreudigen Märkten am Golf und in Asien teilweise spürbar.


Ein Paar geniesst den Silent Luxury am Pool des Beau-Rivage Palace in Lausanne.

Breiter Gästemix stützt auch die Sommersaison

Für die Sommersaison erwartet ST eine stabile Gesamtnachfrage, jedoch mit kurzfristigeren Buchungen und klaren Unterschieden je nach Markt. Der breit diversifizierte Gästemix – 2025 setzte sich dieser aus 48,1 % Inlandgästen, 28,9 % europäischen Gästen und 22,9 % Gästen aus Fernmärkten zusammen – erweist sich als Vorteil. „Ein breiter Gästemix wirkt wie ein Portfolio: Ist ein Markt rückläufig, kompensieren andere“, sagt Nydegger.

Da verschiedene Märkte unterschiedliche Reisemonate bevorzugen, trägt diese Vielfalt zudem zu einer ausgeglicheneren Auslastung über das gesamte Jahr bei. Auch die zeitliche Verteilung kann vorteilhaft sein.

„Wir erwarten trotz der Krise eine stabile Sommersaison“, schliesst Nydegger. Insgesamt bleibe der Schweizer Tourismus sehr resilient. Die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Konflikts wirke zwar hemmend auf die Nachfrage. Selbst im ungünstigsten Szenario geht ST aber von einem Rückgang der Logiernächte von maximal 7 % für das Gesamtjahr 2026 aus. Im aktuellen Basisszenario wird ein leichter Rückgang von 2 % erwartet. In diesem Fall läge das Hotellogiernächte-Total ungefähr wieder auf dem Niveau von 2024.

 

Quelle: Schweiz Tourismus
Bildquelle: Symbolbild © /Shutterstock.com




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