KI-Ohrhörer erkennen Sehenswürdigkeiten und beantworten Fragen in Echtzeit unterwegs
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Ausgestattet mit „VueBuds“ können Nutzer eine Künstliche Intelligenz (KI) während eines Spaziergangs fragen, welches Schloss gerade vor ihnen auftaucht, als sie aus dem Wald herausgetreten sind. Spätestens nach einer Sekunde folgt die Antwort. Das Schloss hat nicht nur der Nutzer gesehen, sondern auch die KI.
Das gelingt mit winzigen Kameras, die in kleine Ohrhörer integriert sind. Eine Software wertet die Bilder der Kameras aus und kombiniert sie mit der Frage des Nutzers, so das Konzept der University of Washington.
VueBuds-Entwickler Shyam Gollakota hat nicht nur touristische, sondern auch höchst praktische Alltagsanwendungen im Sinn. Wer in einem Supermarkt ein ihm unbekanntes Lebensmittel entdeckt, kann die KI fragen, was sich hinter dem unbekannten Namen verbirgt. Und im Ausland gibt die Software Auskunft über die Bedeutung eines unbekannten Verkehrszeichens. In Grossbritannien rechnet die KI Meilen pro Stunde in Kilometer pro Stunde um, was hohe Bussgelder erspart.
Für Touristen und den Alltag
Der Prototyp des Systems nimmt Schwarz-Weiss-Bilder mit niedriger Auflösung auf und überträgt diese per Bluetooth an ein Smartphone oder ein anderes Gerät in der Nähe. Ein dort installiertes kleines KI-Modell beantwortet dann Fragen zu den Bildern. Aus Datenschutzgründen findet die gesamte Verarbeitung auf dem Gerät statt.
Keine Datenschutzbedenken
„Smart-Brillen und VR-Headsets setzen sich nicht durch, weil viele Menschen keine Brillen tragen möchten. Dazu kommen wegen der Aufzeichnung hochauflösender Videos und deren Verarbeitung in der Cloud Bedenken wegen des Datenschutzes. Aber fast jeder nutzt ganz selbstverständlich Ohrhörer. Also wollten wir herausfinden, ob wir visuelle Intelligenz in winzige, stromsparende Ohrhörer integrieren und dabei auch Datenschutzbedenken ausräumen können“, so Gollakota.
Das Team der University of Washington hat sich für einfache Kameras entschieden, weil hochauflösende Systeme, wie sie in VR-Headsets verwendet werden, so viel Strom verbrauchen, dass die kleinen Batterien der Ohrhörer schnell erschöpft wären. Ausserdem lässt sich ein voluminöser Datenstrom nicht kontinuierlich über Bluetooth übertragen. Deshalb haben die Entwickler eine stromsparende Kamera ausgewählt, die nur so gross ist wie ein Reiskorn.
74 Probanden haben VueBuds im Vergleich zu Ray-Ban Meta Glasses getestet – eine Smart-Brille, die etwa die gleichen Funktionen hat. Obwohl die VueBuds Bilder mit niedriger Auflösung und besseren Datenschutzfunktionen verwenden und die Ray-Bans hochauflösende Bilder nutzen, die in der Cloud verarbeitet werden, schnitten die beiden Systeme gleichwertig ab, lassen die Forscher abschliessend wissen.
Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: KI-generiert
