Führung unter Beobachtung: 70 % spüren mehr Kontrolle als vor zwei Jahren

7 von 10 Führungskräften sagen, dass ihre Entscheidungen heute stärker beobachtet werden als noch vor zwei Jahren

Die Entscheidungsfindung von Führungskräften steht zunehmend unter intensiver Beobachtung. Das zeigt eine neue Studie des globalen Talentlösungsanbieters Robert Walters.

Eine Umfrage im Vorfeld der Veröffentlichung des Talent Trends 2026 Guides von Robert Walters ergab, dass 70 % der Führungskräfte das Gefühl haben, ihre Entscheidungen würden von Mitarbeitenden stärker hinterfragt als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig geben 69 % der Arbeitnehmenden an, dass sie Entscheidungen der Führungsebene heute genauer beobachten als im gleichen Zeitraum zuvor.

Auf die Frage, welche Führungsentscheidungen sie am kritischsten bewerten, nannten Mitarbeitende vor allem personalbezogene Entscheidungen (73 %), gefolgt von Entscheidungen im Zusammenhang mit Arbeitsbelastung und Burnout (18 %).

Gerrit Bouckaert, CEO Recruitment bei Robert Walters, erklärt: „Mitarbeitende achten genauer auf Führungsentscheidungen, weil viel mehr auf dem Spiel steht. Da technologische Entwicklungen den Wandel beschleunigen und sich Rollen schneller verändern, wünschen sich Menschen die Gewissheit, dass Entscheidungen wohlüberlegt und fair getroffen werden. Es reicht nicht mehr aus, als Führungskraft lediglich die richtige Entscheidung zu treffen – Mitarbeitende wollen heute auch nachvollziehen können, wie diese zustande gekommen ist.“

Wachsender Druck durch stärkere Beobachtung

Die intensivere Beobachtung führt dazu, dass sich 60 % der Führungskräfte in ihrer Rolle stärker gestresst fühlen; 10 % geben an, dass dies ihre Art zu kommunizieren und Entscheidungen zu erläutern verändert hat.

Bouckaert kommentiert: „Eine stärkere Beobachtung bedeutet nicht, dass Führungskräfte schlechter performen. Sie zeigt vielmehr, wie sichtbar und folgenreich Führungsentscheidungen geworden sind. Führungskräfte müssen heute in komplexeren Umfeldern Entscheidungen treffen – häufig auf Basis unvollständiger Informationen und unter höheren Erwartungen an Transparenz.

Für einige beginnt dieser Druck, Führungsrollen weniger attraktiv erscheinen zu lassen. Wenn Organisationen künftig starke Führungspersönlichkeiten gewinnen und halten wollen, müssen sie diesen Wandel erkennen und Führungskräfte aktiv dabei unterstützen, Vertrauen und Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern.“

Die Ergebnisse sind Teil des heute veröffentlichten Talent Trends 2026 Guides von Robert Walters, der die zentralen Faktoren beleuchtet, die Recruiting, Führung und Workforce-Strategien im kommenden Jahr prägen werden.

Während sich Unternehmen an ein sich wandelndes Umfeld anpassen, wird der Erfolg weniger von grossen Ankündigungen abhängen als vielmehr davon, wie wirkungsvoll Führungskräfte im Alltag fundierte Entscheidungen treffen.

Zentrale Talent-Trends, die Führungsentscheidungen 2026 prägen

Der Guide identifiziert acht Workforce-Trends, die die Komplexität und Sichtbarkeit von Führungsentscheidungen weiter erhöhen:

  • Von „Quiet Cracking“ zur Engagement-Rezession
    Subtile Anzeichen von Überlastung beeinflussen zunehmend die Teamleistung und zwingen Führungskräfte dazu, bewusster über Arbeitsbelastung und Wohlbefinden zu entscheiden.
  • Führungskontinuität und Nachfolgeplanung unter Druck
    Mehr Führungswechsel führen dazu, dass Organisationen frühzeitiger und strategischer in Kompetenzaufbau und Leadership-Pipelines investieren müssen.
  • Der Aufstieg der nicht-permanenten Belegschaft
    Führungskräfte entscheiden immer häufiger, wann und wie externe Fachkräfte, Interim-Manager oder Fractional Specialists in langfristige Personalstrategien integriert werden.
  • KI-gestützte Bewerbungsflut
    Der Anstieg KI-generierter Bewerbungen zwingt Arbeitgeber dazu, Recruiting-Prozesse neu zu denken und die Rolle menschlicher Urteilsfähigkeit zu stärken.
  • Emotionale Intelligenz als Kernkompetenz von Führung
    Mit der zunehmenden Automatisierung werden Führungskräfte nicht nur an Ergebnissen gemessen, sondern auch daran, wie sie Veränderungen steuern und sensible Personalentscheidungen treffen.
  • Gehalts­transparenz verändert Vergütungserwartungen
    Neue regulatorische Vorgaben in mehreren Märkten sowie ein wachsendes Bedürfnis nach Fairness führen dazu, dass Vergütungsstrukturen und deren Kommunikation neu gedacht werden müssen.
  • Career Cushioning wird zur Normalität
    Immer mehr Fachkräfte sichern sich proaktiv zusätzliche Karriereoptionen. Das schafft sowohl Bindungsrisiken als auch neue Chancen für Unternehmen.
  • Führen einer multigenerationellen Belegschaft
    Da bis zu fünf Generationen gleichzeitig zusammenarbeiten, stehen Führungskräfte vor der Herausforderung, Employee Experience, Kommunikationsstil und Arbeitspräferenzen stärker zu individualisieren.

Bouckaert abschliessend: „Über alle Trends hinweg, die wir für 2026 beobachten – von KI im Recruiting bis hin zu veränderten Workforce-Modellen – wird die Glaubwürdigkeit von Führung zum entscheidenden Faktor. Organisationen, die ihre Führungskräfte befähigen, ausgewogene und menschenzentrierte Entscheidungen zu treffen, werden besser positioniert sein, Talente zu gewinnen, zu begeistern und langfristig zu binden.“

Der Talent Trends 2026 Guide basiert auf globalen Markteinblicken und der Expertise von Robert Walters in den Bereichen Recruiting, Outsourcing und Talent Advisory. Er unterstützt Führungskräfte dabei, ihre Personalplanung und Einstellungsentscheidungen im kommenden Jahr strategisch auszurichten.

 

Quelle: Robert Walters
Bildquelle: Symbolbild © Dusan Petkovic/Shutterstock.com




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