Kompetenzen sichtbar machen, Chancen verbinden: Kreislaufwirtschaft der Fähigkeiten
Jobtitel und formale Abschlüsse reichen nicht mehr aus, um abzubilden, was ein Mensch kann.
Wie können Menschen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in einer sich wandelnden Arbeitswelt greifbar darstellen, um ihr berufliches Profil ideal mit offenen Stellen und Weiterbildungsangeboten zu verbinden? Dies haben Forschende der Universität St.Gallen und weiterer Institutionen im Rahmen des nun abgeschlossenen Innosuisse-Flagship-Projekts „Swiss Circular Economy of Skills and Competencies“ untersucht. Sie haben das Fundament für technische Lösungen geschaffen, die den Arbeitsmarkt grundlegend verändern sollen. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
Eine Kreislaufwirtschaft der Kompetenzen ist technisch umsetzbar
Arbeitsmarktbedarf, Bildungsangebote und individuelle Lernpfade lassen sich datengetrieben in einem gemeinsamen Ökosystem verknüpfen. Damit wird lebenslanges Lernen systematisch steuerbar.
KI kann individuelle Lernentwicklung wirksam unterstützen
Mit dem KI-gestützten „Digital Coach“ wurde gezeigt, dass grosse Sprachmodelle personalisierte Lernempfehlungen geben und gezielt auf individuelle Kompetenzlücken eingehen können.
Formale und informelle Kompetenzen lassen sich valide dokumentieren
Die Arbeit liefert Grundlagen dafür, wie auch projektbasiert oder informell erworbene Kompetenzen digital erfasst, validiert und gegenüber Dritten nachvollziehbar dargestellt werden können.
Forschung schafft direkte Anknüpfungspunkte für die Praxis
Die Ergebnisse bilden die Basis für konkrete Anwendungen wie digitale Fähigkeitsausweise oder präzisere Matching-Systeme zwischen Personen, Weiterbildung und offenen Stellen.
Über das Projekt „Swiss Circular Economy of Skills and Competencies“
Das Projekt wurde von Innosuisse mit rund 4.3 Millionen Schweizer Franken (CHF) finanziert und verfügte über ein Gesamtbudget von rund CHF 6.6 Millionen. Es vereinte neben der HSG zahlreiche namhafte Institutionen. Zu den wissenschaftlichen Partnern gehörten die Universität Zürich (UZH), die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung (EHB) sowie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Umsetzung in die Praxis erfolgte durch die enge Zusammenarbeit mit bedeutenden Verbänden wie Swissmem, Swiss ICT und Arbeitgeber Banken.
Quelle: Universität St.Gallen
Bildquelle: Universität St.Gallen / csm_image-gen

