Kundenkommunikation 2026: Fünf Trends für intelligenten Dialog und Automatisierung

Die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren, ändert sich gerade radikal.

Die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren, ändert sich gerade radikal. Neue Technologien ziehen sich durch alle Geschäftsprozesse – vom Marketing über den Kundenservice bis hin zum Rechnungs- und Mahnwesen. Quadient, Spezialist für Automatisierungslösungen, hat aus Studien und aktuellen Projekterfahrungen fünf Trends für die Kundenkommunikation 2026 abgeleitet.

Wenn sich eines für 2026 mit Sicherheit voraussagen lässt: Die Erwartung von Kunden an ihre Lieferanten und Dienstleister wird weiter steigen – sowohl was deren Reaktionszeiten als auch was die umgehende Problemlösung angeht. Und dabei darf es keine Rolle spielen, über welchen Kanal Kunden kommunizieren. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Datenschutz und Compliance. Damit sich die Unternehmen in diesem anspruchsvollen Umfeld weiter behaupten können, zeichnen sich im Front- wie im Backoffice die folgenden fünf Trends ab.

Prozessautomation passt sich an jede Situation an

81 Prozent der Konsumenten erwarten einen Kundenservice, der ein Gespräch genau dort fortsetzt, wo es zuletzt geendet hat – ohne dass sie Informationen wiederholen müssen. So das Ergebnis des CX Trends Reports 2026 von Zendesk. Zudem zeigte die Umfrage unter 11.000 Unternehmen und Verbrauchern, wie sehr Kunden persönlichen, antizipierenden Kontakt erwarten – und das genau zum richtigen Zeitpunkt. Kurz gesagt: Kundenkommunikation muss den vollständigen Kontext jedes Kunden berücksichtigen!

Eine zeitgemässe Lösung geht daher über die reine Prozessautomatisierung hinaus. Statt einer standardisierten Mahnung versendet sie ein auf jeden Kunden zugeschnittenes Schreiben – etwa mit einem individuellen Angebot für Ratenzahlung oder Zahlungsaufschub. Dabei gilt: Automatisierung ist Standard und Antizipation Trumpf. Dazu analysiert das System den Customer Life Value sowie Risiko-Scores. Diese ermittelt es aus den Kundendaten sowie aus externen Faktoren, etwa der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung seiner Branche.

Kundendialog gestaltet sich mehrstufig und kanalübergreifend

Deutschland hat nach den USA und Indien die meisten Chatbot-Nutzer weltweit, so eine aktuelle Studie. Dies belegt: Die Kommunikation mit dem Kunden entwickelt sich immer mehr zum interaktiven Dialog. Und dieser wird über unterschiedlichste Kanäle geführt, sei es per E-Mail, über Social Media, Chat, Messenger oder Telefon. Das bestätigt auch ein Report von Harvard Business Review: 73 Prozent der Kunden nutzen mehrere Kanäle während ihres Einkaufs.

Um hier nicht den Überblick zu verlieren, braucht es smarte End-to-End-Prozesslösungen, die sowohl ein- wie ausgehende Informationen unabhängig von Format und Kanal zentral verarbeiten. KI-Unterstützung und automatisierte Workflows sorgen dafür, dass jeder Input automatisch erfasst, analysiert und entweder direkt beantwortet oder an die richtige Person weitergeleitet wird.

Regulierung wird dank Digitalisierung beherrschbar

Im August 2024 trat der EU-AI-Act in Kraft, die Umsetzung der E-Rechnungspflicht ist in vollem Gange. Hinzu kommen das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) sowie Vorschriften zu Nachhaltigkeit, IT-Sicherheit, Berichterstattung und Steuern. Wie PwC in seiner globalen Compliance-Umfrage 2025 ermittelte, finden 85 Prozent der Befragten, dass Compliance-Anforderungen in den letzten drei Jahren komplexer geworden sind. Daher stehen für die Hälfte von ihnen Technologie und Datenschutz ganz oben auf der Prioritätenliste.

„Gerade Unternehmen in stark regulierten Branchen müssen bei der Kommunikation mit ihren Kunden Vorschriften zu KI-generierten Inhalten und Barrierefreiheit einhalten sowie den Umgang mit personenbezogenen Daten genau überwachen“, erklärt Rudi Richter, VP Digital Sales bei Quadient. „Wir sehen in unseren Projekten, dass Technologie hier als Enabler fungieren kann. Ob im Kundenservice oder im Mahnwesen – moderne Systeme bilden nicht nur vollständige Änderungs- und Versionshistorien ab. Sondern sie führen auch turnusmäßige Checks durch. So gewährleisten sie Nachvollziehbarkeit und Compliance.“

IT-Systeme integrieren sich dynamisch

Doch wie der Verband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermittelte, haben 53 Prozent der Unternehmen Probleme, die Digitalisierung zu bewältigen, Tendenz steigend! Denn vor einem Jahr waren es bereits 48 Prozent, 2023 erst 39 Prozent und 2022 sogar nur 34 Prozent. Daraus lässt sich ein klarer Auftrag an die Software-Hersteller erkennen: Technologien müssen sich einfach und kostengünstig integrieren lassen, damit sich die Digitalisierung auch meistern lässt. Möglich wird dies beispielsweise durch universelle Erweiterungen, die eine flexible und dynamische Entwicklung der IT-Architektur unterstützen. Dazu zählen Plug-ins für die einfache Anbindung von Customer-Communication-Management- und CRM-Tool ebenso wie Konnektoren für den Datenaustausch zwischen ERP-System und einer Lösung für die Finanzautomatisierung.

Der Mensch schaut der KI stärker in die Karten

KI verändert derzeit die Rolle des Menschen auf vielen Ebenen, auch im Austausch mit Kunden. Die Mitarbeitenden werden von Ausführenden zu Gestaltern, Bewertern und Kontrolleuren. Sie sind allerdings nur dann in der Lage, diese neuen Aufgaben auszufüllen, wenn sie die Entscheidungen der KI nachvollziehen können – und das ist eine Frage der richtigen Technologie!

Kennzeichnet etwa ein KI-Tool eine Rechnung als risikoreich, muss klar erkennbar sein, weshalb. Das kann an fehlenden Daten, ungewöhnlichen Ausgabemustern oder an Anomalien liegen. Erst diese Transparenz befähigt Fachkräfte, Ergebnisse zu hinterfragen, Verzerrungen zu erkennen sowie Entscheidungen zuverlässig zu validieren – und je nach Fall mit den betroffenen Kunden eine Lösung zu finden.

„Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden für diese neue Rolle befähigen, punkten im Dialog mit ihren Kunden“, erklärt Quadient VP Digital Sales, Rudi Richter. „Im Zusammenspiel mit einem Omnichannel-Ansatz lässt sich unserer Erfahrung nach die Kundenzufriedenheit so um bis zu 50 Prozent steigern.“

Fazit

Die Kundenkommunikation wird 2026 endgültig zum intelligenten Dialog – gesteuert von Technologie, aber geprägt vom menschlichen Anspruch auf Verlässlichkeit und Vertrauen. Wer intelligente Automatisierung richtig einsetzt, kann damit nicht nur Kosten senken und Abläufe beschleunigen, sondern vor allem eines erreichen: Kundennähe in Echtzeit.

 

Quelle: Quadient
Bildquelle: Quadient / metamorworks/iStock via Getty Images




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