SGKB: Währungsabsicherung – Schutz oder Kostenfalle für Schweizer Anleger?

Starke Aktienmärkte, schwache Währungen – 2025 zeigt, wie sehr Fremdwährungsbewegungen die Rendite von Schweizer Anlegern beeinflussen. Doch lohnt sich eine Währungsabsicherung wirklich?

US-Aktien haben sich 2025 von Rekord zu Rekord gehangelt – der S&P 500 legte rund 16 % zu. Doch der gleichzeitige Wertverlust des US-Dollars von 12 % hat einen Grossteil dieser Gewinne zunichtegemacht. Ähnlich sieht es beim Pfund aus: Zwar erzielte der britische Aktienmarkt ein Plus von 19 %, doch durch den Währungsverlust blieb davon nur etwa die Hälfte übrig. Der japanische Yen verlor rund 10 %, konnte jedoch dank eines starken Nikkei (+30 %) kompensiert werden. Relativ stabil blieb der Euro, der nur leicht über 1 % gegenüber dem Franken nachgab.


Dr. Thomas Stucki CIO der St.Galler Kantonalbank

Für Schweizer Anleger gehören solche Währungsverluste fast schon zum Alltag. Die Frage stellt sich daher immer wieder: Soll man Fremdwährungsrisiken absichern?

Währungsabsicherung – einfach, aber nicht kostenlos

Die einfachste Form der Absicherung ist der Terminverkauf der Fremdwährung. Der Preis eines solchen Termingeschäfts wird durch die Zinsdifferenz zwischen den Währungsräumen bestimmt. Liegt der Zins im Ausland höher als in der Schweiz, ist der Terminkurs tiefer als der aktuelle Kassakurs – die Absicherung kostet also Rendite.

Für US-Dollar oder Pfund beträgt diese Differenz derzeit rund 4 % pro Jahr, beim Euro etwa die Hälfte. Diese Kosten fallen kontinuierlich an, weshalb eine langfristige Absicherung teuer werden kann.

Theoretisch sollten diese Kosten über die Zeit durch eine Aufwertung des Frankens kompensiert werden, da die Zinsdifferenz langfristig die Inflationsdifferenz widerspiegelt. Kurzfristig können sich jedoch erhebliche Abweichungen ergeben – 2025 war beispielsweise ein Jahr, in dem sich eine Absicherung gelohnt hat.

Abhängig von der Geldpolitik der SNB

Ob sich eine Absicherung künftig auszahlt, hängt stark von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ab. Stabilisiert sie den Franken durch Deviseninterventionen, verteuert sich die Absicherung – insbesondere bei Währungen mit hohen Zinsdifferenzen wie dem US-Dollar. In solchen Phasen kann eine Absicherung sogar zu Verlusten führen. Daher sollte sie nicht als Renditeinstrument, sondern als Risikomanagement-Massnahme betrachtet werden.

Währungsabsicherung als Stabilisator im Portfolio

Unbestritten ist der Nutzen einer Absicherung zur Reduktion von Schwankungen. Währungsrisiken erhöhen die Volatilität, ohne langfristig zwingend die Rendite zu verbessern. Die Absicherung wirkt somit stabilisierend auf das Portfolio.

Ein weiterer Aspekt ist der „Safe-Haven“-Charakter des Frankens. In Krisenzeiten steigt dessen Nachfrage, was zu Aufwertungen führt – genau dann, wenn Aktienmärkte schwächeln. Wer in solchen Phasen bereits Kursverluste auf Aktien hinnehmen muss, möchte nicht zusätzlich durch Währungsverluste belastet werden. Auch dieser psychologische Schutz ist ein Argument für die Absicherung.

Strategischer Entscheid statt Markt-Timing

Wie hoch die optimale Absicherungsquote sein sollte, wird seit Jahren diskutiert – eindeutige Antworten gibt es nicht. Viele Vermögensverwalter setzen daher auf einen pragmatischen, strategischen Ansatz, der unabhängig von kurzfristigen Prognosen ist.

In der Vermögensverwaltung der Privatkunden werden Fremdwährungsobligationen zu 100 % und Aktienpositionen in Europa und den USA zu 50 % abgesichert. Bei Aktien aus den Schwellenländern ist eine Absicherung aufgrund eingeschränkter Marktinstrumente oft nicht praktikabel.

Mit dieser Strategie lässt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risikoreduktion und Renditechancen erreichen – ein Ansatz, der sich in der Praxis bewährt hat.

 

Quelle: St. Galler Kantonalbank / Finanzbericht Schweiz
Bildquelle: DennisF/shutterstock.com / St. Galler Kantonalbank




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