KlasJet: Wie Airlines heute Piloten unter Druck richtig beurteilen und Fehltritte erkennen
Wie gut arbeitet ein Pilot unter Druck? Diese Frage steht im Zentrum jeder modernen Pilotenauswahl. KlasJet zeigt, wie technisches Können, Entscheidungsstärke und Persönlichkeit sicher bewertet werden.
Der Premium-VIP-Charter- und ACMI-Anbieter KlasJet gibt praxisnahe Einblicke in moderne Rekrutierungsstrategien – von Simulator-Tests bis hin zur Bewertung von Kommunikation und Führungsverhalten.
Gründlichkeit als oberstes Gebot
Das Auswahlverfahren umfasst mehrere Stufen, in denen Qualifikation, Erfahrung und Denkweise geprüft werden. „Zuerst sehen wir uns die grundlegenden Kriterien an – Flugstunden, Flugzeugtypen, medizinische Checks und eine gültige Lizenz, die nicht älter als zwei Jahre ist“, erklärt Sandra Diaso, Head of HR bei KlasJet.
Erst nach erfolgreicher Vorauswahl folgt das persönliche Gespräch, in dem nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, sondern auch Persönlichkeit und kulturelle Passung im Fokus stehen. Für KlasJet, das sowohl ACMI- als auch VIP-Charterflüge anbietet, sind dabei Soft Skills entscheidend. Piloten repräsentieren das Unternehmen – Auftreten, Kommunikation und Umgangsformen zählen ebenso wie technisches Können.
„Bei VIP-Flügen ist es wichtig, dass Piloten mit Kunden interagieren können – bei manchen Verträgen gehören Begrüssungen ausdrücklich dazu. Wir haben kürzlich königliche Gäste geflogen, wofür das gesamte Team ein spezielles Etikette-Training erhielt. Wir achten darauf, ob Kandidaten höflich sind und sich in verschiedenen kulturellen Situationen angemessen bewegen können“, betont Sandra Diaso.
Realistische Tests im Simulator
Im nächsten Schritt folgt die technische Bewertung im Simulator. „Unsere internationalen Evaluatoren nutzen praxisnahe Szenarien, um Entscheidungskraft, Situationsbewusstsein und Arbeitsbelastungsmanagement zu prüfen“, erläutert Diako Rad, Director of Flight Operations bei KlasJet.
Ein wichtiger Bestandteil ist das Line Oriented Flight Training (LOFT), das reale Flüge mit unerwarteten Ereignissen wie Systemausfällen oder Störungen an Bord simuliert. Ziel ist es, zu prüfen, wie Kandidaten unter Druck reagieren und Prioritäten setzen.
Bewertung von Crew Resource Management
Neben der Technik steht das Crew Resource Management (CRM) im Mittelpunkt. Drei Hauptaspekte werden bewertet: Führungsqualität, Teamarbeit sowie der Umgang mit Bedrohungen und Fehlern.
„Piloten müssen zeigen, dass sie ihre Arbeitsbelastung sicher und effizient steuern können. Wenn Stress das Sicherheitsniveau beeinträchtigt, ist das ein deutliches Warnsignal“, sagt Diako Rad.
Ein weiterer Prüfpunkt ist der Führungsstil. „Ein guter Captain muss Verantwortung übernehmen, aber auch das Vertrauen seines Teams geniessen. Wer sich als Einzelkämpfer versteht, riskiert den Informationsfluss – und das kann gefährlich werden“, so Rad weiter.
Mit neuen Methoden Schritt halten
Die Beurteilung von Piloten entwickelt sich laufend weiter. KlasJet setzt auf internationale Netzwerke und Flexibilität, um aktuelle Trends und Technologien zu integrieren.
„Als internationales Unternehmen sind wir immer am Puls der Zeit, was Assessments und Trainings betrifft“, erklärt Diako Rad. „Aviation ist letztlich eine kleine Branche – unser globales Netzwerk hilft uns, Entwicklungen rasch zu erkennen.“
Auch die Personalabteilung bleibt dynamisch: „Wir sind auf Pilotenmessen präsent und testen neue Rekrutierungsformate wie Open Days oder interaktive Bewerbertage“, ergänzt Sandra Diaso.
Beide Experten sind sich einig: Eine offene Haltung kombiniert mit klaren Auswahlprozessen ist der Schlüssel, um Piloten mit den richtigen Fähigkeiten, Werten und der passenden Einstellung zu gewinnen.
Quelle: KlasJet
Bildquelle: KlasJet

